Experte gibt Hobbyimkern Tipps für reiche Honigernte

Immer mehr Vogtländer finden Gefallen an dem Handwerk. Was man alles wissen und beachten muss, erklärte ein Fachmann bei einem neunstündigen Grundlehrgang. Ein wichtiges Thema ist die Qualität des Honigs.

Oberlauterbach.

Bienen kann man nicht streicheln, sie taugen auch nicht als Haustier und wenn man Pech hat, wird man gestochen. Trotzdem haben in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen ihr Interesse an der Imkerei entdeckt. Konstant hohe Zahlen bei den vom Natur- und Umweltzentrum Oberlauterbach angebotenen Grundlehrgängen zum Imkern belegen das. Auch am vierten Lehrgang innerhalb von drei Jahren nahmen mehr als 30 Frauen und Männer teil.

Am Samstag trafen sich die angehenden Imker bei einstelligen Temperaturen und beginnendem Schneefall zum praktischen Teil. Sie lauschten im Freien zwei Stunden den Ausführungen von Kursleiter und Berufsimker Frank Heckers aus Oelsnitz im Vogtland. Er betreut die Lehrgänge von Anfang an: "Ich vermittle hier Grundkenntnisse in Theorie und Praxis. Damit wird niemand Imker. Das Imkern erlernt man bei der Arbeit am Bienenstock. Aber nach diesem Lehrgang fällt es den Teilnehmern leichter zu entscheiden, ob sie Gefallen am Imkern finden", sagt der Fachmann.


Imkern sei ein Hobby mit deutlichem Aufwärtstrend. Während vor einigen Jahren die Imker über Nachwuchs klagten, habe sich die Situation heute entspannt. Allerdings entscheiden sich die meisten für das Hobby-Imkern und nicht für den Beruf. "Viele können sich nicht vorstellen, dass man mit so kleinen Tieren seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Sie rechnen sich aus, wie viele Kilogramm Honig sie verkaufen müssten, um ein vernünftiges Jahreseinkommen zu erzielen und erschrecken vor diesen Zahlen", berichtet Heckers. Dabei sei der Markt aufnahmefähig, die Nachfrage nach Honig höher als das Angebot.

Zum Grundkurs gehören sieben Stunden Theorie und zwei Stunden Praxis. Die Teilnehmer lernten etwas über die Arbeiten im Bienenjahr. Bienengesundheit war ein weiteres Thema, ebenso Informationen über das Zubehör und rechtliche Bestimmungen. Ein Imker müsse unter anderem wissen, dass er alle Vorschriften der Lebensmittelkennzeichnung und den Qualitätsstandards einzuhalten habe, auch wenn er den Honig nur verschenkt und nicht verkauft.

Auch über die zu erwartenden Honigmengen informierte Heckers. "Ich ernte pro Volk etwa 50 Kilogramm Honig im Jahr. In klimatisch günstigeren Gegenden wie Baden Württemberg zum Beispiel können es schon mal bis zu 100 Kilogramm sein, während Imker im Gebirge auch mit 20 oder 30 Kilogramm zufrieden sind." Die Kursteilnehmer André und Xenia Brunner, die am Fuße des Aschberges in 900 Meter Höhe wohnen, wissen nun, worauf sie sich einlassen. Während Heckers erklärte, dass er schon den ersten Honig geschleudert habe, meinte André Brunner: "Bei uns lagen heute früh vier Zentimeter Schnee. Es blüht noch nichts." Er hoffe mit seinen Bienen Waldhonig ernten zu können.

Viele Männer und einige Frauen hatten sich zum Lehrgang eingefunden. Imkern ist immer noch vorwiegend eine Männersache. Heckers spekuliert: "Vielleicht sind Männer weniger schmerzempfindlich. Ich habe beobachtet, dass Frauen sich mehr vor Stichen fürchten, als Männer." Für Kristin Hendel aus Treuen trifft das nicht zu. Sie sieht in der Imkerei eine Möglichkeit, das Natürliche zu fördern. "Ich möchte auch meine Kinder an das Hobby heranführen, damit sie sehen, dass der Honig nicht aus dem Supermarktregal kommt", erklärt die junge Frau. Die beiden angehenden Hobbyimker Karin Braun aus Rodewisch und Rolf Möckel aus Beerheide haben ebenfalls Gefallen gefunden an den kleinen, Honig sammelnden Insekten und wollen dieses Jahr mit der Imkerei beginnen, berichteten die Beiden.

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