Falkenstein verliert erneut Gastro-Klasse an Schneeberg

Ab September wird das dritte Lehrjahr abgezogen und das erste steht wieder auf der Kippe. Laut Ministerium ist der Berufsschulstandort aber trotzdem nicht infrage gestellt.

Falkenstein.

Schlechte Nachrichten für die regionale Gastronomie: 16 angehende Restaurant- und Hotelfachkräfte des Beruflichen Schulzentrums "Anne Frank" können ihre Ausbildung nicht im Vogtland abschließen. Das dritte Lehrjahr müssen sie ab September in Schneeberg beginnen, denn ab dann wird nach Fachrichtungen getrennt.

Bis zum Schluss hatte Schulleiter Uwe Flader gehofft, dass die kleine Klasse weiter gemeinsam unterrichtet werden könnte, somit die Mindestschülerzahl hält und in Falkenstein bleibt. Diese Hoffnung hatte er aus dem Sachsengespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Februar in Reichenbach mitgenommen. Nun wurde ihm vom Kultusministerium eine andere Entscheidung mitgeteilt. "Ich bin enttäuscht", sagt er. "Es ist vor allem schade für die Jugendlichen, denen Kosten für die Fahrt nach Schneeberg entstehen. Auch die Ausbildungsbetriebe sind betroffen."


Dabei ist der Berufsschulstandort Falkenstein mindestens für die nächsten zwei Ausbildungsjahre grundsätzlich gesichert. Entscheidungen dazu wird es nicht vor Ende 2019 geben. Das ergab eine Anfrage der "Freien Presse" in Dresden. Denn das Schulgesetz schließt ein kurzfristiges Handeln seitens des Kultusministeriums aus. Mögliche Standortschließungen hängen am neuen Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen. Die Neuauflage wurde bereits mehrfach angekündigt und verschoben. Nun heißt es: "Das Kultusministerium wird den Entwurf eines umfassenden Teilschulnetzplans für die berufsbildenden Schulen nicht vor Ende 2019 vorlegen", so Pressesprecher Dirk Reelfs auf Anfrage. "Vor diesem Hintergrund wird der Standort Falkenstein derzeit nicht in Frage gestellt." Aus internen Kreisen hieß es zuletzt, das Politikum Berufsschulstandorte sei bis nach der Landtagswahl vertagt worden. Das zuständige Ministerium geht auf Nachfrage auf einen Zusammenhang nicht ein, verweist vielmehr auf Abstimmungsbedarf mit den Schulträgern.

Schulleiter Uwe Flader will sich indes weiter für die Ausbildung in Falkenstein einsetzen, eng mit Betrieben arbeiten. Schließlich ist die Nachfrage nach jungen Köchen und Servicepersonal im Vogtland hoch. "Wir müssen stabile Ausbildungszahlen aufbauen, dass wir künftig auch ein drittes Lehrjahr wieder bei uns halten können", sagt Flader.

Doch noch ist auch der neue Ausbildungsstart im Bereich Ernährung für Falkenstein nicht in trockenen Tüchern. Anders als zum Tag der offenen Tür kommuniziert, reichen die Anmeldungen für eine eigene Fachklasse ab Herbst nicht. "Wir befinden uns noch im einstelligen Bereich", räumt Flader auf Nachfrage ein. Aktuell gibt es fünf Verträge für Restaurantfachkräfte, bei Köchen sehe es besser aus. 16 Schüler müssen jedoch für eine Klasse zusammenkommen. Andernfalls droht auch der nächsten Ausbildungsgeneration die Fahrt nach Schneeberg.

Dabei ist die Talsohle bei den Ausbildungszahlen durchschritten. Voriges Jahr verbuchte die IHK für das Vogtland acht Prozent mehr Ausbildungsverträge als im Jahr davor. Im Juli ist wieder Stichtag.

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