Freizi bald unter neuem Dach

Das Freizeitzentrum verlässt im März den Rathauskeller und kehrt wohl nicht zurück. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen soll im "Haus der Buchstaben" weitergehen.

Falkenstein.

An fröhliches Jugendleben im Keller des Rathauses erinnern sich zahlreiche Falkensteiner gern zurück - das als Freizi abgekürzte Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche hatte dort seit der Wende sein Domizil. Damit ist bald Schluss: Im Zuge der anstehenden Rathaus-Sanierung wird das Freizi ins Begegnungszentrum "Haus der Buchstaben" umziehen und dort voraussichtlich dauerhaft integriert.

Nach den Plänen der Stadtverwaltung "ergänzen" die Freizi-Frauen Rebecca Paulus und Isabell Seidel das Team des Begegnungszentrums, das aus Projektkoordinatorin Viola Renger und dem Sozialpädagogen David Ide besteht. Generell wird nach dem Konzept des Begegnungszentrums weitergearbeitet, Freizi-Projekte wie der "Stadtchecker" sollen fortgesetzt werden. Übernehmen will man auch das Konzept des Clubrats, das sich im Freizeitzentrum bewährt habe.

Laut Zeitplan bekommt die Stadt bis Ende Februar die Vereinsräume in der Turnhalle der Oberschule übergeben. Die sollen künftig zusätzlich zu den Räumlichkeiten im "Haus der Buchstaben" für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden. Der Freizi-Umzug könnte dann ab März erfolgen. Geplant ist ein "fließender Übergang".

Oberbürgermeister Marco Siegemund (CDU) erhofft sich durch die Zusammenführung der beiden Einrichtungen "Synergieeffekte" und zusätzliche Angebote, da mit David Ide nun ein Erlebnispädagoge für die Freizi-Klientel (cirka 40 junge Leute) zur Verfügung stehe. Außerdem sei die Lage des Begegnungszentrums optimal, da es gleich gegenüber der Oberschule mit ihrer Turnhalle liegt. Dies erleichtere die Hausaufgaben-Betreuung unmittelbar nach dem Unterricht. Die Bibliothek befinde sich direkt im Haus und könne etwa für Leseprojekte genutzt werden. Für sportliche Aktivitäten sei das nahe gelegene Gelände mit Stadion und Naturbad ideal. "Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird durch die Veränderung nicht leiden, sie wird eher optimiert", verspricht der Bürgermeister.

Ändern wird sich die finanzielle Absicherung dieser Arbeit: Das Freizi wird bisher vom Jugendamt des Vogtlandkreises gefördert, während das "Haus der Buchstaben" aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) Unterstützung erhält (95 Prozent der Personalkosten). Da eine Doppelförderung nicht möglich ist, verzichtet die Stadt Falkenstein zunächst auf die Fördermittel aus dem Landratsamt. Diese sollen allerdings nur "ruhend" gestellt werden, so dass sie nicht dauerhaft verloren gehen. Denn die ESF-Gelder sind nur bis Juni 2021 bewilligt, eine Verlängerung bis Ende 2022 beantragt. Falls sie wegfallen, setzt Falkenstein erneut auf Förderung durch den Kreis.

Im Juni soll mit dem Personal ausgewertet werden, ob die Integration funktioniert hat und die neue Konstellation den Erwartungen gerecht wird.

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