Gerangel am Flugplatz: Flächenverkauf spaltet Flieger

Es gibt unterschiedliche Auffassungen zum Verkauf von Land am Verkehrslandeplatz Auerbach an einen Unternehmer. Noch gehört es der Stadt. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Auerbach.

Den Stein des Anstoßes lieferte Günther Schäfer. Der Unternehmer möchte am Flugplatz Auerbach ein Stück Land kaufen, auf dem seine beiden Flugzeughallen stehen. Das Gelände, auf dem sich der Flugplatz befindet, hat verschiedene Eigentümer: Bis jetzt sind das die Stadt Auerbach, der Fliegerklub und mehrere Landwirte.

Schäfer hatte vor Jahren bereits für die Stellfläche seiner Hallen mit Auerbach einen Erbpachtvertrag abgeschlossen. Der gilt noch über 30 Jahre. Jetzt will er kaufen und danach einen dritten Hangar errichten. In den Gebäuden vermietet er Stellplätze für Flugzeuge.

Der Fliegerklub wurde hellhörig, als er davon hörte, dass Günther Schäfer das Land kaufen möchte. Die Mitglieder sehen dadurch den Flugbetrieb gefährdet: "Was passiert, wenn Herr Schäfer das Gelände verkauft und dort ein hohes Gebäude gebaut wird? Wir wollen unser Hobby auch in Zukunft weiter betreiben. Dafür brauchen wir den Flugplatz", sagt Frank Hackl, Chef des Fliegerklubs.

"Die Anlage ist durch das Engagement aller zu einem tollen Verkehrslandeplatz geworden", entgegnet Knut Kirsten. Der Amtsleiter für Soziales in Auerbach ist als Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft für die Finanzen dort zuständig. Seiner Meinung nach kann der Flugplatz nur gemeinsam weiter vorangebracht werden. Kirsten lässt durchblicken, dass die Gesellschaft, in der die Stadt Auerbach, der Fliegerklub und Günther Schäfer jeweils 29 Prozent der Anteile halten, nichts gegen den Verkauf der städtischen Flächen hat. "Am Ende entscheidet darüber aber der Stadtrat, weil die Grundstücke der Stadt gehören."

Kirsten kann sich vorstellen, dass der Rat noch im ersten Halbjahr 2017 über das Thema abstimmt. "Die Geschichte läuft schon seit zehn Jahren. Es wäre gut, wenn wir sie bald zu Ende bringen." Eine erste Kaufanfrage Schäfers wurde noch zu Zeiten von Ex-Oberbürgermeister Johannes Graupner vertagt. Im Zusammenhang mit der geplanten Investition hatte Schäfer im Vorjahr bei der Stadt wegen des Verkaufs noch einmal nachgefragt.

Das Misstrauen zwischen Frank Hackl - nach Informationen von "Freie Presse" gibt es im Fliegerklub keine einheitliche Auffassung zum Grundstücksverkauf - und Günther Schäfer hat mehrere Ursachen: Unternehmer Schäfer hatte im zweiten Hangar eine Zeit lang einen Teil seiner Firma untergebracht. Er baut Kräne für Verzinkereien. "Das passierte so lange, bis ich Mieter für die Flugzeugstellplätzen gefunden hatte. Dann zog die Firma aus." Die Gefahr, dass er mit dem Unternehmen von Falkenstein nach Auerbach zieht, bestünde nicht: "So groß kann meine Firma gar nicht werden, wie ich Platz für Erweiterungen habe."

Andererseits fragt sich Schäfer, warum der Fliegerklub selbst eine Fläche am Flugplatz besitzt und sich der Verein gegen seinen Kauf wehrt. "Die Fläche gehörte dem Vogtlandkreis. Der wollte sie verkaufen", sagt Hackl. Damit sie nicht von Fremden gekauft werden konnte, griff der Verein zu. Laut Hackl bot der Klub die Fläche Auerbach zum Kauf an. Die Stadt lehnte ab.

Um den Flugbetrieb dauerhaft zu sichern, forciert Knut Kirsten eine notarielle Regelung mit Günther Schäfer. Der Unternehmer hat angeboten, dass die Flächen an die Stadt zurückfallen, wenn sie nicht für den Flugbetrieb genutzt werden. Das reicht Hackl nicht. "Wenn die Fläche jemand gehört, dann hat er darauf auch den direkten Zugriff." Er hofft nun, dass sich der Stadtrat gegen den Verkauf entscheidet.

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