Grünes Licht für Umbau von Brache

Auerbach will aus der ehemaligen Fabrik an der Beegerstraße ein Domizil für Kultur und Vereine machen. Bauchschmerzen gibt es aber beim Thema Kosten für die Sanierung.

Auerbach.

Mit seinem Baubeschluss hat der Stadtrat Auerbach am Montagabend die Weichen gestellt, um aus der Industriebrache Beegerstraße 2 ein Zentrum für Sport, Kultur und Vereinsarbeit zu machen. Bei drei Stimmenthaltungen votierten die Stadträte mehrheitlich für das Projekt.

Vertreter aller Fraktionen betonten, dass so ein Zentrum Auerbach gut zu Gesicht stehe, gebraucht werde und notwendig sei, wenn die langfristigen Pläne zur Umgestaltung des Areals mit Hofaupark und dessen Erweiterung um Maschinen- und Märchenteich kein Stückwerk bleiben sollen.

Christoph Ulrich

Ulrichs Bilanz:Der „Freie Presse“-Wirtschaftsnewsletter von Chef­korrespondent Christoph Ulrich

kostenlos bestellen

Doch während sich Stadtverwaltung und Stadtrat in punkto Bedarf einig sind, gehen die Auffassungen bei den Kosten auseinander. Die Frage: Reichen 1,5 Millionen Euro aus, um die Hülle der Industriebrache zu ertüchtigen? Das heißt: Das Gebäude soweit herzurichten, dass es danach die künftigen Nutzern selbst gestalten können? Denn die 1,5 Millionen Euro für die Beegerstraße 2 sind ausschließlich für Ankauf, Planung und Bauleistungen gedacht. Aus welchen Töpfen später Geld für die Einrichtung kommt, ist derzeit offen, sagte Fachbereichsleiter Knut Kirsten, zusammen mit Bauamtsleiter Patrick Zschiesche bei dem Projekt federführend.

Während etliche Stadträte skeptisch sind oder offen zweifeln, dass die 1,5 Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm Efre reichen, geht die Verwaltung optimistisch an die Sache heran: Bauamtsleiter Ziesche vertraut nicht nur auf die gute Bausubstanz des leerstehenden Gebäudes, sondern vor allem auf die mit dem Baubeschluss mögliche genau Planung. "Wenn sich dabei herausstellt, dass unser Vorhaben mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht umzusetzen ist, können wir immer noch die Notbremse ziehen oder uns Gedanken machen, wie das Projekt doch noch umzusetzen ist", warb er um Zustimmung für den Baubeschluss.

"Welcher Planer setzt die Ziele im vorgegebenen Kostenrahmen am besten um?" - die Antwort auf diese Frage soll im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gefunden werden. Die Entscheidung wird in Gremien aus Fachleuten und Vertretern der Stadt und des Rates erfolgen, kündigte Zschiesche an.

Für die SPD nannte Franz Hornung den bisher vorliegenden Kostenrahmen "zu grob" und das Projekt eine "Wette auf die Zukunft". Uwe Ebert (Freie Wähler) sprach in Bezug auf das Objekt von einer "Black Box" (dt. schwarzer Kasten). Bei seiner Einschätzung schwanke er "zwischen Bauschmerzen und Schwindelgefühl". Vertreter der CDU-Fraktion fanden die hohen Planungskosten problematisch, FDP-Stadtrat Martin Treeck warnte vor "Unwägbarkeiten beim Bauen im Bestand". Auch Volker Mieth (Die Linke) und Volkhardt Kramer (VfB) hegten Bedenken und verwiesen auf die Folgekosten für Unterhalt und Betreibung eines solchen Zentrums.

Vor der Diskussion hatte Sozial-Fachbereichsleiter Kirsten das Projekt Beegerstraße 2 nochmals im Detail vorgestellt und in die Pläne zur Umgestaltung des Hofau-Bereichs entlang der Göltzsch eingeordnet. "Das ganze Projekt umfasst zehn Hektar. Das entspricht locker der Fläche einer Landesgartenschau." Die vier Geschosse des alten Industriebaus sollen unterschiedlich genutzt werden: Im Erdgeschoss ist ein vielseitiger Sportbereich geplant, die 1. Etage soll als Veranstaltungshalle dienen, 2. und 3. Etage von Vereinen genutzt werden. Das Besondere dabei: Die künftigen Nutzer sollen beim Ausbau mit anpacken.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...