Heimatfreunde zeigen Kirchenmodell

In der Heimatstube Werda wird sich der Kirchengeschichte angenommen. Ein früherer Arzt hat sie fürs Dorf bewahrt.

Werda.

Vor 240 Jahren wurde die Werdaer Kirche erbaut, teils auf den Mauern der Vorgängerkirche, die im gleichen Jahr, 1776, abgerissen wurde. Ihr und der Kirchengeschichte Werdas ist am Sonntag die neue Ausstellung in der Heimatstube Werda gewidmet.

Initiator der Ausstellung ist der Leiter der Heimatstube, Roland Ehrlich, der nach umfangreichen Recherchen Licht ins Dunkel der Werdaer Kirchen gebracht hat. Geholfen haben ihm dabei die Aufzeichnungen von Hermann Heinel, die im Vogtlandmuseum Plauen liegen. Der 1970 verstorbene Heinel war Arzt in Werda. Er bemühte sich intensiv um die Ortsgeschichte, erforschte sie und schrieb sie auf. In Heinels Unterlagen fand sich auch ein Schriftstück von 1452, das die Erwähnung einer Kirche zum Inhalt hat, und die zweitgrößte Glocke im heutigen Geläut der Kirche ist von 1520, woraus zu schließen ist, dass es in Werda mehrere Kirchen gab.

Vermerkt, teils mit Foto, sind in Heinels Schriften auch die Pfarrer. Im Jahr des Abrisses und Neuaufbaus übte Pfarrer Karl Heinrich Zierold das Amt aus. Er hielt vor dem Abriss seine Probepredigt. Erste Amtshandlung in der neuen Kirche war seine Trauung mit Carolina Johanna Schubert am 26. November 1776.

Erhalten geblieben sind auch ein Siegel der ersten Kirche, nach dem Ehrlich ein Ölbild angefertigt hat, sowie einige Bibeln und Gesangsbücher. Die älteste Bibel ist auf 1753 datiert. Ein Kirchenbuch wurde wahrscheinlich 1598 angelegt. Einige Seiten daraus sind in der Ausstellung zu sehen. Interessant für die Nachwelt sind die quergeschriebenen Texte. Sie geben Aufschluss über die damalige Ächtung unehelicher Kinder und von Selbstmördern.

Gezeigt wird auch ein Kirchenmodell mit bewegten Figuren. Roland Ehrlich hat sie angefertigt. Einige Schriftstücke aus der Ortschronik von Hans und Daniel Gerbeth ergänzen die Ausstellung.

Die Ausstellung zur Kirchengeschichte von Werda in der Heimatstube ist am Sonntag von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet. Die Heimatfreunde Werda servieren Kaffee und Kuchen.

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