Junge Schmuck-Designerin am Altmarkt

Handgefertigter Modeschmuck bereichert ab Samstag das Angebot in der Auerbacher Innenstadt. Und dies ist nicht die einzige Veränderung in der Geschäftswelt.

Auerbach.

"Eulenfeder" heißt das neue Schmuckgeschäft, das am Samstag in den Räumen am Altmarkt 6 eröffnet. Betreiberin ist die 26-jährige Auerbacherin Belinda Kraft. Sie will vor allem handgemachten Modeschmuck anbieten: Ketten, Armbänder, Ringe und Ohrringe mit selbst gemalten Schmuckelementen, sogenannten Cabochons (übersetzt "Nagelkopf"). Sie bemalt den Metallrohling mit kleinen Kunstwerken in einer Mischung aus Aquarell und Acryl , lässt es zwei Tage trocknen und setzt einen gewölbten Glasstein darauf. Das Interesse der Kundschaft ist nach ihren Angaben groß: "Es gibt schon einige feste Vorbestellungen. Es sind alles Unikate - ich kann auch nach Kundenwunsch anfertigen."

Verkaufen kann sie erst, sobald sie tatsächlich selbstständig ist - ihren Beruf als zahnmedizinische Fachangestellte in einer Plauener Kieferorthopädie hat sie gerade an den Nagel gehängt. "Dort habe ich gelernt, filigrane Sachen mit kleinen Zangen anzufertigen", sagt sie. Und gemalt habe sie schon immer sehr gerne - in ihrem neuen Metier kann sie nun beide Fertigkeiten verbinden. Zwischen 13 Euro für einen Ring und 25 Euro für eine Kette samt Anhänger sollen ihre Preise liegen: "Sodass sich junge Leute vom Taschengeld auch mal Schmuck leisten können." In diesem Segment sieht sie bisher eine Marktlücke.

Die "Eulenfeder" wird in die Räume einziehen, die zuletzt vom Hospizdienst der Volkssolidarität genutzt wurden. Gleich nebenan befinden sich das "Glückscafé" sowie Friseursalon und Nagelstudio - "eine optimale Lage", meint Belinda Kraft. Gefunden hat sie das Ladenlokal mit Hilfe des Citymanagers Uwe Prenzel, der habe mit ihr die ganze Stadt abgeklappert. Der jungen Frau ist es wichtig, einen persönlichen Beitrag zur Belebung der Innenstadt zu leisten: "Auerbach ist meine Heimatstadt, und ich will ganz bewusst hier bleiben."

Prenzel findet das Angebot der jungen Designerin "spannend": "In der Form gibt es das noch nicht." Helfen konnte er auch der Wiedervermietung der zuletzt von "Chic ab 42" belegten Räume in der August-Bebel-Straße 2, wo demnächst eine Automobil-Agentur eröffnet wird. Die Zusammenarbeit mit den Vermietern laufe in Auerbach inzwischen sehr gut, sagt Prenzel. Und verweist zudem auf die Wiederbelebung des ehemaligen Fischladens an der Nicolaistraße durch einen Pizza-Händler: "Die Räume standen vorher vier Jahr leer, auch wenn das kaum aufgefallen ist."


"Kerstins Blumenladen" ist vom ehemaligen Netto zum Action-Markt gezogen

Im Herbst 2015 hatte der Nettomarkt an der Klingenthaler Straße seine Pforten geschlossen -seitdem hielt "Kerstins Blumenladen" als Einzelhändler allein die Stellung am Gebäude. Dort zog zwar 2016 der Fach-Großhändler Edki ein, doch die Laufkundschaft, die zuvor etwa 30 Prozent ausgemacht hatte, fiel zum Großteil weg. Inhaberin Kerstin Rahm hat jetzt die Konsequenzen gezogen und ihr Geschäft an den Action-Markt im Gewerbegebiet am Ortsausgang Richtung Beerheide verlagert. Am 4. Januar eröffnete sie dort ihr Lokal zwischen dem holländischen Discounter und der Sparkassen-Filiale. Es sei sehr gut angelaufen, berichtet sie, und hofft, dass die Stammkunden ihr an den neuen Standort folgen: "Ohne die geht es nicht." Mit diesem Umzug hatte der Citymanager ausnahmsweise nichts zu tun - er möchte am liebsten alles in die Innenstadt holen und bedauert bis heute, dass Action nicht in die Nicolaipassage gegangen ist: "Dort hätten sie gut hingepasst." (bap)

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