Kriminalität im Vogtland: Weniger Einbrüche, mehr Drogen-Delikte

Der Landkreis gilt sachsenweit als eine der sichersten Regionen. Eine Stadt fällt jedoch aus dem Raster - die Polizei stockt dort deshalb jetzt das Personal auf.

Auerbach.

Obwohl die Zahl der Straftaten gesunken ist und das Vogtland sachsenweit zu den sichersten Regionen zählt, bleibt Plauen die Kommune mit der höchsten Kriminalität im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau. "Wir sind in Plauen auf einem Niveau, wie wir es in Großstädten vorfinden", sagte Polizeipräsident Conny Stiehl. Rund 13.000 Straftaten (2017: 13.900) beschäftigten 2018 die Polizei im Vogtland, mehr als die Hälfte davon in Plauen (6853; 2017: 7365). Zum Vergleich: Zwickau weist eine Kriminalitätsrate auf, die um ein Viertel kleiner ist. Am Montag stellte der Polizeichef die Kriminalitätsstatistik vor. Ein Überblick:

Sicherheit: Der Ort mit der geringsten Kriminalitätsbelastung im Zuständigkeitsbereich der Zwickauer Polizei ist Theuma. "In Theuma ist die Welt in Ordnung", sagte Stiehl. Im Gegensatz dazu weist Plauen die höchste Belastung auf. "Im Zentrum von Plauen haben wir durch unsere Präsenz aber erreicht, dass sich die gefühlte Sicherheit verbessert hat", so Stiehl. Zwei von drei Straftaten konnten aufgeklärt werden. Künftig sollen in Plauen mehr Beamte im Einsatz sein. Einen Abzug aus der Fläche von Reichenbach bis Bad Elster soll es nicht geben, so Stiehl.

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Wohnungseinbrüche: Wurden 2017 noch 111 Wohnungen in Plauen aufgeknackt, waren es voriges Jahr mit 61 noch fast die Hälfte. Auch insgesamt ging die Zahl zurück (siehe Grafik). Wohnungseinbrüche zählen neben Autodiebstählen (45 Pkw verschwanden 2018) und Rauschgiftkriminalität zu den Schwerpunkten im Vogtland.

Rauschgiftkriminalität: Im Kampf gegen Drogen soll in Plauen eine Außenstelle des Zwickauer Rauschgiftkommissariats mit etwa fünf Beamten eingerichtet und die Kooperation mit Tschechien vertieft werden. Die Zahl der Rauschgiftdelikte im Vogtland ist in einem Jahr von 600 auf mehr als 770 gestiegen. Stiehl: "Wir haben auf dem Gebiet unsere Arbeit intensiviert."

Ausländer: Jeder fünfte ermittelte Tatverdächtige im Vogtland war 2018 kein Deutscher. Verstöße gegen das Asylgesetz sind aus der Statistik ausgeklammert. "Wir wurden 2015 gut durchgeschüttelt, inzwischen sind wir aber auf die Realität gut eingestellt", so Stiehl. Etwa dank Kollegen, die Arabisch sprechen.

Jugendkriminalität: Die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die straffällig werden, steigt im Vogtland. So weist die Kriminalstatistik mehr als 1000 Heranwachsende als Täter auf. Die Polizei will deshalb die Präventionsarbeit verstärken, ein spezielles Jugendkommissariat einrichten, um Karrieren früh zu unterbrechen, so Stiehl. "Was mir Sorge macht, ist generell die wachsende Gewaltbereitschaft und die Bereitschaft, sich zu bewaffnen." Das gelte nicht nur für die Jugend. "Es gibt auch Schlägereien über den Gartenzaun, da kämpft Opa gegen Opa. In der Form habe ich das in 40 Dienstjahren nicht erlebt."

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