Kultusminister: "Wir brauchen Rückmeldungen"

Mit viel Fördergeld ist Christian Piwarz (CDU) nach Rodewisch gekommen. Dort besuchte er auch eine "Brieffreundin".

Rodewisch.

"Ganz wichtige Impulse" hat Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) nach eigenen Angaben am Montag von seinem Besuch in der Rodewischer Kindertagesstätte Kinderland Bummi mitgenommen. Er sprach dort über eine Stunde lang mit Leiterin Katrin Sitte, der Kita-Vereinsvorsitzenden Mileen Schuwardt, Bürgermeisterin Kerstin Schöniger sowie dem Landtagsabgeordneten Stephan Hösl (beide CDU). Katrin Sitte hatte seit Mai insgesamt vier Briefe an den Minister und den Landtag geschrieben, in denen sie auf Probleme hinwies, die sich im Zusammenhang mit der Coronakrise verschärften - etwa fehlendes Personal sowie Finanzierungslücken. Piwarz hatte geantwortet, jetzt lernten sich die beiden persönlich kennen. "Das war ihm sehr wichtig", so Katrin Sitte im Anschluss.

Sie zeigte sich sehr zufrieden mit dem Gespräch - auch wenn der Minister nicht für alle Probleme eine Lösung präsentieren konnte. Immerhin konnte er darauf verweisen, dass der Personalschlüssel bis 2024 Stück für Stück an die durch Urlaub und Krankheit entstehende Realität angepasst werden soll. "So steht es im Koalitionsvertrag", betonte der Kultusminister. Weitere wichtige Anliegen der Kita-Vertreter sind unter anderem die gesellschaftliche Anerkennung als vorschulische Bildungsstätte sowie eine stärker an der Praxis orientierte Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher. Insgesamt habe man die Coronazeit aber bisher ganz gut bewältigt, auch dank klarer Vorgaben aus dem Kultusministerium. "Dafür habe ich mich bedankt - das ist auch mal wichtig", meint Katrin Sitte. Minister Piwarz seinerseits erklärte, er habe die "sehr deutliche" Kritik der Rodewischer Kita-Leiterin "genossen", weil sie lösungsorientiert und konstruktiv gewesen sei: "Wir brauchen solche Rückmeldungen." Fachliche Meinungen seien notwendig, um für die Zukunft bessere Entscheidungen treffen zu können.

Hauptanlass für die Visite des Ministers in Rodewisch war die symbolische Übergabe von Fördermitteln in Höhe von 422.000 Euro für die digitale Ausstattung der Friedrich-Schiller-Grundschule und des Johann-Heinrich-Pestalozzi-Gymnasiums. Damit sollen die beiden Schulen einen leistungsstarken Internetzugang erhalten, parallel können digitale Arbeitsgeräte für Lehrer und Schüler angeschafft werden. Zwar gebe es entsprechende Technik bereits, so Bürgermeisterin Schöniger. Sie sei aber speziell im Gymnasium inzwischen "betagt", jetzt könne man noch einmal "aufmunitionieren". Die Stadt steuert nach ihren Angaben 33.000 Euro an Eigenmitteln bei. "Wünsche bleiben immer offen, aber diese Investition ist ein sehr, sehr guter Anfang", erklärte die Bürgermeisterin.

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