Mühlen leben in Ausstellung wieder auf

Die Heimatstube Werda widmet dem alten Handwerk eine Exposition. Wer möchte, kann sich auch selbst auf die Spuren der Mühlen begeben.

Werda.

Früher standen im Görnitzbachtal zwischen Werda und Schöneck zehn Mühlen. Mit ihrer Ausstellung "Wanderung durch das Tal der 10 Mühlen" wollen die Werdaer Heimatfreunde am Sonntag in der Heimatstube an das Gewerbe erinnern.

Heute arbeiten nur noch zwei dieser Mühlen: die Jahnsmühle in Korna auf Werdaer Flur und die Untere Raasdorfer Mühle bei Oelsnitz. Beide sind Schneidmühlen und betreiben Holzhandel. Von den anderen ist fast nichts mehr zu sehen, oder es befinden sich an den ehemaligen Standorten jetzt Wohnhäuser.

Von Werda aus ist die Jahnsmühle als erste erreichbar, obwohl die einstige Zufahrt gesperrt ist. Betreiber Uwe Schauer muss seinen Handel über Oelsnitz abwickeln. Das ist für ihn und seine Kunden ein Umweg, den er schon mehrfach beklagt hat. Weil auch Besucher durch die Straßensperrung schlechter zu ihm gelangen, bleibt seine Mühle inzwischen zu dem an Pfingsten stattfindenden Mühlentag geschlossen. An dem Tag hatte er früher immer Gäste begrüßt.

Erhalten geblieben ist ein Relikt des Mühlsteins der Muckenmühle. Er wird, wie auch ein hölzernes Einkehrschild, in Werda gezeigt. Von dem Schild weiß Heimatstubenleiter Roland Ehrlich eine Geschichte zu erzählen. Der Betreiber der Muckenmühle habe eine Gaststätte betrieben, aber dafür keine Konzession gehabt. 1925 habe dort ein Werdaer Gendarm 300 fröhlich zechende Gäste angetroffen. Verzehrt worden seien Mühlenbrot mit Eiern und regionales Bier. Noch im gleichen Jahr soll der Wirt die Ausschankgenehmigung erhalten haben. Alle Mühlen im Görnitzbachtal waren auch Mahlmühlen und es wurde dort Brot gebacken.

Einer Eintragung zufolge soll die erste Mühle 1224 in Korna von Ritter Konrad von Korna errichtet worden sein. Ob es sich um die Vorgängerin der Jahnsmühle handelt, ist unbekannt. Die Untere Raasdorfer Mühle, die heute noch in Betrieb ist, wurde 1945 bei einem Brand vernichtet. Kurz vor Kriegsende ist das ganze Dorf von den Amerikanern in Brand geschossen worden, berichtet Ehrlich. Er hat die meisten Exponate der Ausstellung zusammengetragen und aufgearbeitet. Neben Fotos, Schriftstücken und Plakaten werden auch Handwerksutensilien der Müller, die gleichzeitig das Zimmerhandwerk beherrschten, gezeigt.

Ein Ölbild von Ehrlich vermittelt einen Überblick über die ehemalige Mühlenlandschaft am Görnitzbach. Die Oelsnitzerin Anneliese Spranger hat für die Ausstellung Aquarelle aus heutiger Sicht beigesteuert.

Für einen weiteren Termin in der Heimatstube soll die Ausstellung um Material von jetzt noch fehlenden Mühlen wie der Schwarzmühle in Siehdichfür und der Geigenmühle ergänzt werden.

Es lohnt sich aber auch, das 15 Kilometer lange Görnitzbachtal zu durchwandern. Denn schon allein die Landschaft rund um den Bach ist reizvoll. Zudem sind die Mühlenstandorte gekennzeichnet.

Geöffnet hat die Heimatstube von Werda am Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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