Neuer Anlauf: Badverein will Änderungsvorschläge vorlegen

Der Badförderverein will das Ganzjahresbad Brunn zur Auerbacher Stadtratssitzung im Februar erneut zum Thema machen. Unterstützung kommt aus Schnarrtanne.

Schnarrtanne.

Für die Stadt Auerbach ist das Thema Ganzjahresbad im Ortsteil Brunn vom Tisch. Nach etlichen abgeschmetterten Rettungs-Initiativen will der Förderverein Hallen- und Freibad Auerbach-Brunn dennoch einen neuen Versuch starten und dem Stadtrat im Februar Änderungsvorschläge für das Bäderkonzept vorlegen. Die CDU-Fraktion habe der Verein hinter sich, hieß es. Auch den Ortschaftsrat von Schnarrtanne. Zur Sitzung bat Vereinschef und Linken-Stadtrat Volker Mieth dort um Mithilfe. "Es ist jetzt fünf vor zwölf", sagte er.

In Schnarrtanne stieß Mieth mit der Forderung eines Ganzjahresbades auf offene Ohren. "Für uns als staatlich anerkannter Erholungsort ist es wichtig, ein Bad vor der Tür zu haben", sagte Ortsvorsteher Uwe Löschner (CDU). Profitieren könnten auch andere, betonte er und nannte den nahen Waldpark Grünheide und die Auerbacher Seminar-Oberschule als Bildungsstätte mit Sportbetonung. Obendrein trainieren die Wasserballer vom SV Fortuna in Brunn. Jetzt wollen sich der Ortsvorsteher und sein Rat die Köpfe zerbrechen, wie sie dem Verein unter die Arme greifen können.

"Fehler sind auf allen Seiten gemacht worden", sagte Udo Löschner. "Aber man muss nach Ursachen für die Unwirtschaftlichkeit suchen, sich an einen Tisch setzen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Es gibt bestimmt Möglichkeiten, das Bad wieder zu beleben", so Löschner. Allerdings müsse das Konzept bezahlbar sein, sowohl für die Stadt auch als für Badegäste. Er erinnerte auch an den Institutions-Charakter der Freizeiteinrichtung: "In den Siebzigern kamen Leistungssportler aus Leipzig und Umgebung nach Brunn." Auch Ortschaftsrat Martin Gehrke (CDU) sagte, die Einrichtung müsse unbedingt erhalten werden. Zugleich müsse ihre Betreibung gesichert sein.

Seit 2005 ist das Hallenbad aufgrund gravierender baulicher Mängel geschlossen. 2012 gründete sich der Förderverein. Mittlerweile ein reines Freibad, kann dort im Winter lediglich die Sauna genutzt werden. Etwa 200.000 Euro investiert die Stadt pro Jahr. Ersatzneubau und Sanierung kommen aus Finanzgründen nicht in Frage. Das hatte der Stadtrat mit einem mehrheitlich abgesegneten Bäderkonzept im Oktober 2017 bestätigt. Laut diesem Konzept soll es künftig in Auerbach nur noch zwei Bäder geben. "Reumten-grün und Rebesgrün laufen gut", sagte Mieth. Also wäre Brunn von der Streichung betroffen. 2023 endet dort die Fördermittelbindung.

Zwischenzeitlich hatte der Förderverein vorgeschlagen, einen mobilen Pool anzuschaffen. Für eine Dreijahres-Nutzung würden Gesamtkosten von 26.000 Euro anfallen. Auch dieser Vorschlag sei von der Stadtverwaltung mit dem Argument notwendiger Zertifizierungen für den öffentlichen Einsatz abgelehnt worden, sagte Volker Mieth.


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