Offener Brief: Waldbad-Verein attackiert die Stadt

Der Förderverein sieht Versäumnisse, unter anderem bei Reparatur des Babybeckens und Rettungsschwimmer-Einsatz. Der OB weist dies zurück.

Auerbach.

Neuer Wirbel ums nur noch eingeschränkt nutzbare Waldbad Brunn: In einem Offenen Brief spricht der Bad-Förderverein von "Sargnägeln", die die Stadtverwaltung Auerbach der Einrichtung verpasse. Der Verein engagiert sich für die Wiedereröffnung des seit 2008 geschlossenen Hallenbads, sieht aber inzwischen auch das Freibad in Gefahr. Konkret habe die Stadt als Betreiber zum Beispiel das Waldbad am 26. Juni bis 15 Uhr schließen lassen, "da angeblich kein Rettungsschwimmer verfügbar war". Tatsächlich habe die Stadt jedoch zweimal einem Rettungsschwimmer aus den Reihen des Fördervereines eine Absage für den Einsatz erteilt.

Auch im Zusammenhang mit dem Babybecken erhebt der Verein Vorwürfe. Dieses konnte wegen Fliesenreparaturen erst Ende Juni geöffnet werden. "Auch dadurch wurden wieder viele Familien verloren", heißt es im von Volker Mieth unterzeichneten Brief. Fliesenreparaturen seien alljährlich vor Saisonbeginn notwendig gewesen, es sei zu bezweifeln, dass die Schäden erst im Mai aufgetreten seien. Das als Nichtschwimmerbecken dienende Variobecken ist ohnehin wegen Baufälligkeit schon seit 2017 geschlossen.


Der Förderverein bittet die neuen Stadträte, sich schnell mit der Problematik Hallen- und Freibad Brunn zu befassen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn mit Volker Mieth (Die Linke) und Joachim Otto (CDU) sitzen gleich zwei Vereinsmitglieder auch im neuen Stadtrat, sie werden auch künftig die jeweiligen Fraktionen führen. Konkret plädiert der Verein für einen Ersatzneubau der Schwimmhalle unter Verwendung der vorhandenen Infrastruktur. Noch in diesem Jahr müsse das Projekt aktualisiert werden. Man sei zur Unterstützung und Beratung der Stadtverwaltung bereit, zudem müssten sachkundige Bürger einbezogen werden -nicht nur beim Waldbad.

Die neu konstituierte CDU-Fraktion hat sich laut Mitteilung bereits auf ihrer ersten Sitzung darüber verständigt, dass das Brunner Bad wieder zum Allwetterbad umgebaut werden soll.

Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) zeigt sich "enttäuscht" über die Äußerungen des Vereins und verweist darauf, dass die Stadt jährlich 450.000 Euro ins Bad investiere - ohne Reparaturen. Rettungsschwimmer könnten als Hilfskräfte zusätzlich eingesetzt werden, aber allein kein Bad führen. Da am 26. Juni der Betriebsleiter einen unaufschiebbaren Termin hatte, sei keine Fachkraft verfügbar gewesen, und man habe zwingend schließen müssen. Leider erwähne der Verein nicht, dass an einem der heißesten Wochenenden (29./30. Juni) wegen Wasserballturnieren auch erst ab 15 Uhr geöffnet werden konnte, merkt Deckert an - ein Seitenhieb auf Wasserballer Ulrich Mikulcak, der im Förderverein aktiv ist.

Die Schäden am Babybecken sind laut Deckert "kaum noch zu beherrschen". Der späte Zeitpunkt der Reparatur sei zunächst dem Wetter und dann der Auftragslage in der Baubranche geschuldet. Auerbach habe drei Bäder, insofern gebe es genügend Ausweichmöglichkeiten. Zum Schluss meint der OB: "Der Badverein kann gern die Betreibung in Brunn übernehmen!"

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