Radonbelastung in Auerbacher Schulen gemessen

Doppelt so hoch wie der geltende Referenzwert ist die Belastung in einzelnen Unterrichtsräumen im Goethe-Gymnasium.

Auerbach.

Zum Ergebnis von erhöhten Radonwerten haben Messungen in der Oberschule "Geschwister Scholl" und im Auerbacher Goethe-Gymnasium geführt.

Das Umweltministerium gab die Werte auf Anfrage jetzt heraus. Nach einer Anfrage der "Freien Presse" gingen auch die Verantwortlichen im Rathaus am Dienstag mit dem Thema an die Öffentlichkeit.


Im Goethe-Gymnasium lag der ermittelte Jahresmittelwert mit 600 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft doppelt so hoch wie der seit Jahresbeginn geltende Referenzwert. In der Oberschule wurde mit 300 Becquerel der kritische Wert eingestellt.

Die Stadt verweist darauf, dass es sich bei den betroffenen Räumen im Gymnasium um Räume im Kellergeschoss handelt, die nur in einem geringen Umfang für den Unterricht genutzt würden. In dieser Woche wurden im betroffenen Geschoss weitere Messgeräte für Kurzzeitmessungen ausgelegt. Anhand der Ergebnisse sollen Maßnahmen erarbeitet werden, die die Radonkonzentration senken, so Knut Kirsten, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Sport.

Seit Herbst 2017 beteiligte sich die Stadt Auerbach an einem Messprogramm des Freistaats. Die Teilnahme ist freiwillig. Nur wenige Kommunen im Vogtland ließen ihre Einrichtungen bislang auf eine mögliche Belastung durch das aus tiefen Bodenschichten kommende Edelgas prüfen. Auerbach ließ schulisch genutzte Gebäude unter die Lupe nehmen, die Grundschulen Hinterhain (120), "Gebrüder Grimm" (270), die Diesterweg-Grundschule (280) sowie die Turnhalle (88), die Oberschule "Geschwister Scholl" (300) und die Seminar-Oberschule (260) sowie die Turnhalle (280), das Goethe-Gymnasium (600) und die neue Mehrfeldturnhalle (60). Bei vier Gebäuden lag die Belastung nah am Referenzwert.

Der Plauener Baubiologe Rüdiger Weis empfiehlt seinen Kunden, für Wohn- und Aufenthaltsräume einen Wert unter 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft anzustreben. Oft verbessert bereits häufigeres Durchlüften die Situation. Mit steigender Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen steigt das Risiko für Lungenkrebs. Dies belegte bereits 2005 eine europaweite Studie, an der auch das Bundesamt für Strahlenschutz beteiligt war. Über Jahre eingeatmet, lagert sich durch Zerfallsprozesse Schwermetall im Körper ab. Am Ende der Kette steht Blei.

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