Rodewisch setzt für Stadtwald auf die Kraft der Gemeinschaft

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Als erste Stadt des oberen Göltzschtals ist Rodewisch der Waldbesitzervereinigung Plauen-Vogtland beigetreten. Die Bürgermeisterin hofft, dass das Beispiel Schule macht.

Rodewisch.

Der strömende Regen beim Pressetermin am Freitag war für Revierförster Andreas Schlosser (65) auch Zeichen der Hoffnung. "Es lässt sich gut an dieses Jahr", meint er mit Blick auf den vielen Schnee in Schnarrtanne und die ohne Unterlass prasselnden Tropfen. "Ich hoffe, dass auch Feuchtigkeit in die tieferen Schichten des Waldbodens kommt." Dort wird sie nach mehreren zu trockenen Jahren dringend gebraucht. Trockenheit und Borkenkäfer haben auch dem Rodewischer Stadtwald zu schaffen gemacht, der von Schlosser betreut wird. 160 Festmeter Käferholz habe man aufgearbeitet, alle Bäume mit erkennbarem Befall entfernt. Aber natürlich überwinterten auch etliche Käfer, Larven und Puppen unter der Rinde: "Kälte macht denen nichts aus."

Während Förster Schlosser vom Sachsenforst weiter die Regie für die Waldarbeit vor Ort führt, kümmert sich die Waldbesitzervereinigung Plauen-Vogtland künftig um den Holzverkauf und unterstützt Rodewisch auch bei anderen Eigentümeraufgaben. Rodewisch ist dieser Vereinigung im Dezember als erste Kommune der Region beigetreten - bisher gehören außer Plauen mit Bad Elster, Adorf, Markneukirchen und Klingenthal nur Städte im oberen Vogtland dazu.

Einer der Vorteile des Beitritts ist der Erwerb des PEFC-Nachhaltigkeitssiegels. Künftig kann das Holz aus dem Rodewischer Stadtwald mit diesem Forst-Zertifikat vertrieben werden. Voraussetzung sind etwa nachhaltige Waldpflege und der Einsatz von biologisch abbaubaren Produkten im Wald. Durch den Beitritt und die Zertifizierung will sich die Stadt auch die neu geschaffene Bundeswaldprämie von 100 Euro pro Hektar sichern, die einen gewissen Ausgleich für die Schäden der letzten Jahre bieten soll. Rodewisch würde damit immerhin 7600 Euro erhalten - mit 76 Hektar ist die Stadt laut Sachsenforst der größte kommunale Waldbesitzer zwischen Lengenfeld und Falkenstein. Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) will beim nächsten Strategieausschuss des Mittelzentralen Städteverbunds Göltzschtal dafür werben, dass andere Kommunen sich der Waldbesitzervereinigung anschließen: "Darüber entscheiden müssen die Stadt- oder Gemeinderäte."


Zahlen und Fakten

Die Waldbesitzervereinigung Plauen-Vogtland ist eine von fünf Forstbetriebsgemeinschaften im Vogtland. Nach eigenen Angaben hatte sie zuletzt 573 Mitglieder mit einer Waldfläche von 9300 Hektar. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

PEFC ist ein System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und eine weltweiter "Wald-TÜV". Das Kürzel steht in Englisch für "Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen". (bap)

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