Schnitzeljagd als Werbung für Tourismus

Die Schullandheime Vogtland haben mit neuen Geocaches im Coronajahr 2020 gepunktet. Brandschutz und Bienenvölker waren ebenso ein Thema. Und wie geht es weiter?

Netzschkau.

Das vergangene Jahr ist mit der Corona-Pandemie auch für die Schullandheime der Arbeiterwohlfahrt im Vogtland ganz anders als erwartet gelaufen. Die Schließzeiten, in denen keine Gäste begrüßt werden durften, wurden jedoch kreativ genutzt. "Nachdem wir während des ersten Lockdowns im Frühjahr schon fünf neue Geocaches in der Umgebung vom Schullandheim 'Schönsicht' Netzschkau versteckt haben, sind am 30. Dezember noch zwei weitere dazu gekommen", berichtet Michael Schwan, der Leiter der Schullandheime.

Geocaching, im deutschsprachigen Raum auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art Schatzsuche, die sich seit etwa 20 Jahren wachsender Beliebtheit erfreut. Die Verstecke, die sogenannten Geocaches, werden mit ihren geografischen Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Mit genauen Landkarten oder über Apps auf dem Smartphone ist die Suche alternativ auch ohne separaten GPS-Empfänger möglich. Ein Geocache ist meist ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch und kleine Tauschgegenstände befinden. Der Besucher kann sich ins Logbuch eintragen. Anschließend wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er gefunden wurde. Der Fund kann im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt werden.

"Es ist schön für uns zu sehen, wie gut unsere Aktion von den Geocachern angenommen wird. Allein von Mai bis Ende 2020 wurden unsere fünf Caches bereits über 370-mal geloggt", bilanziert Schwan. Dabei freuten einige Cacher, dass sie so zum Schloss Netzschkau gelotst wurden. Auch die tollen Ausblicke auf der Runde an der "Schönsicht" könne man als erfolgreiche Tourismus-Werbung für Netzschkau und das Vogtland bezeichnen, meint Schwan. Die zwei neuen Geocaches seien bei geocaching.com noch nicht freigeschaltet. Kann sein, dass der Seitenbetreiber damit wartet, bis der aktuelle Lockdown vorbei ist.

Die Schließzeiten haben die Schullandheime im Vogtland auch für Renovierung und Sanierung genutzt. Dank 70 Prozent Fördermitteln des Freistaates Sachsen ist die Rauchmeldeanlage im Schullandheim "Schönsicht" Netzschkau erneuert worden. Mitarbeiter der Firma Esra Sicherheitstechnik installierten 30 funkvernetzte Rauch- und Wärmemelder im ganzen Haus. Dazu kamen aktualisierte Flucht- und Rettungswegepläne sowie neue Feuerwehrpläne. Im Schullandheim "Am Schäferstein" in Limbach sind einzelne Zimmer renoviert worden. Zudem wurde begonnen, das Außengelände naturnaher zu gestalten, teilte die Arbeiterwohlfahrt mit. Seit dem Sommer beherbergt das Schullandheim auch zwei Bienenvölker, die das künftige Angebot ergänzen werden.

Und wie geht es weiter? Noch regiert wegen des bis Ende Januar verlängerten zweiten Lockdowns Kurzarbeit. Für die Winter- und Sommerferien werben die beiden Schullandheime seit Anfang Dezember für neun Ferienlager und Sportcamps. "Die Jugendherbergen und Kinder- und Jugend-Erholungszentren bereiten ja auch etwas vor", sagt Michael Schwan. Was am Ende stattfinden kann, bleibt abzuwarten. Da jetzt in Sachsen eine Ferienwoche auf die erste Februarwoche vorgezogen und die zweite in der Karwoche vor Ostern nachgeholt werden soll, werden die Karten neu gemischt.

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