Schutz des Birkhuhnes: Kompromiss weiter offen

Sachsenforst-Chef äußert sich erstmals am Rande eines Besuchs in Auerbach

Auerbach/Dresden.

Der Streit um den Birkhuhnschutz im Westerzgebirge geht weiter: Es liege noch kein Konsensvorschlag vor, das Umweltministerium arbeite weiter an einem von allen getragenen Kompromissvorschlag, sagte Sachsenforst-Chef Utz Hempfling am Rande eines Pressetermines am Standort der künftigen Forstschule in Bad Reiboldsgrün. Hempfling äußert sich damit erstmals, bisher ließ er bei Anfragen stets auf das übergeordnete Ministerium verweisen.

Der Auerbacher Naturschützer Michael Thoß und weitere sächsische Ornithologen hatten Hempfling und seinem Staatsbetrieb wiederholt vorgeworfen, nichts für den Schutz des im Erzgebirge und Vogtland vom Aussterben bedrohten Birkhuhnes zu tun und damit gegen geltendes EU-Recht zu verstoßen. Hempfling kontert nun unter anderem, dass es auch ein Sächsisches Waldgesetz gebe und beides als gleichwertig zu betrachten sei.


Im Kern geht es um die Frage, wie viel Fläche Staatswald für den wirksamen Schutz des Birkhuhnes zur Verfügung gestellt werden muss. Das Problem: Das Birkhuhn benötigt Freiflächen, die demzufolge keine Rendite abwerfen. Fixiert werden soll dies in einem gemeinsam erarbeiteten Artenhilfsprogramm. Doch den Entwurf, den das Ministerium vorgelegt hatte, lehnen die Naturschützer bislang ab. "Lenkt der Sachsenforst nicht ein, steigen wir aus den Verhandlungen aus", hatte Michael Thoß im Mai angekündigt.

Utz Hempfling bestätigt, dass sich der Konflikt inzwischen primär auf das Vogelschutzgebiet Westerzgebirge beschränkt, dessen Ausläufer bis ins Vogtland reichen. In den drei weiteren Schutzgebieten des Erzgebirgskammes herrsche inzwischen weitgehend Konsens, sagt der Sachsenforst-Chef.

Für das Gebiet Westerzgebirge sieht der Entwurf nur 40 Prozent der von Naturschützern geforderten Mindestflächen vor. Das widerspreche gröblichst den fachlichen Anforderungen, hatte Thoß immer wieder betont. Hempfling entgegnet, dass das Birkhuhn im Westerzgebirge als zu schützende Vogelart gar nicht erfasst und es unsinnig sei, extra dafür Waldflächen abzuholzen. Thoß interpretiert die Gesetzeslage anders: Sobald das Birkhuhn da sei, sei es auch zu schützen.

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