Tierheim-Anbau für alle ein Gewinn

Die Erweiterung des Gebäudes in Treuen drohte eine unendlichen Geschichte zu werden. Doch nachdem der Verein einige Hürden genommen hat, zogen die Katzen ein.

Treuen.

Mehr Platz, mehr Licht und mehr Luft, darüber freuen sich die Katzen und ihre Betreuer im Tierheim Treuen. Mit einem Anbau an das alte Gebäude ist es dem Heim betreibenden Tierschutzverein Treuen und Umgebung gelungen, bessere Bedingungen für die vierbeinigen Insassen und die Beschäftigten zu schaffen. "Wir waren sehr beengt und wollten, dass sich unsere Samtpfoten wohlfühlen", erklärt Leiterin Karin Slogsnat, für die das Tierwohl an erster Stelle steht.

Um ihr Ziel, mit einem Erweiterungsbau Abhilfe zu schaffen, hatten die Tierfreunde etliche Hürden zu überwinden. Mit dem Bau wurde bereits 2015 begonnen, er musste aber Ende 2016/Anfang 2017 eingestellt werden, weil Grundwasser aus der Baugrube sprudelte. "Wir standen vor der Alternative: Bauruine oder Weitermachen, und haben uns für letzteres entschieden", sagt die Tierheim-Chefin. Zuerst musste ein neues Planungskonzept erstellt werden. Inzwischen war das Baumaterial teurer geworden. Am Ende betrugen die Baukosten einschließlich der neuen Planung 212.000 Euro - das Doppelte der anfangs veranschlagten Summe. Zuwendungen erhielt der Verein aus dem sächsischen Fördertopf "Investitionen zur Beschaffung von Tierkosten". 20.000 Euro brachten die Tierfreunde überwiegend durch Spenden auf. Kurz vor Weihnachten 2018 war der Bau bis auf Nebenarbeiten fertiggestellt und die Katzen konnten einziehen.

Der Anbau mit überdachtem Gehege im Erdgeschoss und obenauf einer überdachten Loggia befindet sich an der Rückseite des Gebäudes. Die Loggia mit großen vergitterten Fenstern und abnehmbaren Scheiben dient als Quarantäne- und Krankenstation. Dort sind die Tiere gesondert untergebracht, haben aber im Einzelfall freien Auslauf. Die gesunden Tiere halten sich in den bisherigen Räumen im Altbau oder im Gehege an der Vorderfront des Hauses auf. Katzenklappen ermöglichen freien Zutritt, vergitterte Fenster, die nach innen geöffnet werden, bringen Licht und Frischluft ins Haus.

Mitunter beziehen bis zu 35 Samtpfoten im Heim Quartier. "Das war für die Tiere schon eine Belastung und auch für ihre Betreuer. Unter den neuen Bedingungen hat sich die Situation für Tier und Mensch entspannt", freut sich Karin Slogsnat. Trotzdem beklagt sie die rückläufige Zahl der ehrenamtlichen Helfer. Etliche Tierfreunde haben sich in den vergangenen Jahren aus Alters- und Gesundheitsgründen zurückgezogen. Mit derzeit neun Ehrenamtlern seien die Dienste kaum zu schaffen, so die Chefin, die sich jetzt um eine Kraft des Bundesfreiwilligendienstes bemüht. Zur Zeit beherbergt das Tierheim 15 Katzen, darunter fünf Pflegefälle und einige Langzeitinsassen, die nicht vermittelbar sind. Darüber hinaus versorgt das Heim 20 wilde Freigänger an Futterstellen, die sich nicht einsperren lassen. Die Vermittlungsquote ist unterschiedlich. Bevorzugt werden junge Tiere. "Wir achten darauf, dass sie in gute Hände kommen", so Slogsnat. Das jährliche Sommerfest, das in den vergangenen Jahren wegen der Bauarbeiten ausfallen musste, soll es heuer wieder geben. Die Tierfreunde hoffen, dass sie bei dem Fest Interessenten für das Wohl der Vierbeiner gewinnen können.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...