Vespermusik sorgt für kurzes Luftholen im Sommerbetrieb

Geistliche Werke aus vier Jahrhunderten hat der Kammerchor aus Auerbach am Samstag in der Sankt-Laurentius-Kirche interpretiert.

Auerbach.

Eine Stunde Auszeit von gewöhnlichen Samstagnachmittag-Beschäftigungen haben sich 50 Gäste zur dritten Ausgabe der Vespermusik 2019 in Auerbachs Sankt-Laurentius-Kirche gegönnt. Zu Ohren kamen geistliche Werke aus vier Jahrhunderten, von Johann Sebastian Bach und Alessandro Scarlatti, bis Charles Gounod und Nicolaus Bruhns. Interpretiert wurden sie vom Auerbacher Kammerchor und Ralf Schädlich an der Orgel.

Sommerliche Vespermusik gibt es seit 2017 während der Sommerzeit. Alle 35 Kammerchor-Mitglieder standen am Samstag nicht bereit. Wegen der Urlaubszeit herrsche immer wieder Fluktuation, sagte Ulrich Meier. Er leitet die Konzerte. "Obwohl zehn Leute gefehlt haben, konnte der Chor noch gut singen." Bemerkbar macht sich eine Unterbesetzung erst dann, wenn auf mehrere Männerstimmen verzichtet werden muss. "Weil Männer lauter singen", erklärte der Kantor.


Für den Kammerchor ist die Vespermusik ein Nebenschauplatz. Parallel dazu bereitet er sich intensiv auf ein Großereignis an gleicher Stelle vor. Und das seit Januar. Am 20. November werden die Freizeitmusiker in Kooperation mit dem Evangelischen Singkreis Plauen, dem Telemannischen Collegium Michaelstein und Solisten Johann Sebastian Bachs "Hohe Messe in h-Moll" auf die Bühne wuchten. "Das ist vom Schwierigkeitsgrad her sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr anspruchsvoll und bedeutet zwei Stunden Dauerbetrieb für den Chor", schilderte Ulrich Meier, was die "Hohe Messe" ihren Interpreten abverlangt. Der Solisten-Anteil sei überschaubar.

Ulrich Meier bezeichnete den herausragenden Programmpunkt als "das wahrscheinlich größte kirchenmusikalische Werk aller Zeiten". Und es ist eine Rarität. "Bei uns in der Region kann man das alle zehn Jahre mal hören." Wohl auch aus finanziellen Gründen: "So etwas ist nicht zuletzt mit enormen Kosten verbunden." Auf der Wunschliste steht es schon länger. Bei Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier und dem Kammerchor. "Jetzt ist es einfach mal dran", sagte er.

Die Mitglieder des Kammerchores sind zwischen 16 und über 70Jahre alt. Zwar rücken Neue aus Kinderchören nach, aber das reicht nicht. "Wir freuen uns auch über jeden, der von außen den Weg zu uns findet", betonte Ulrich Meier. Arbeitspensum und -tempo übersteigen das des Kirchenchors um ein Vielfaches. Aufnahmevoraussetzung ist deshalb neben stimmlicher Begabung auch eine gute Notenkenntnis. Und die Bereitschaft, zu Hause weiter zu proben.

Service Zur 4. Auerbacher Vespermusik am 20. Juli, 17 Uhr präsentiert das Steffen-Peschel-Trio in der Sankt-Laurentius-Kirche Auerbach Choräle im Jazzgewand. Interessenten an einer Mitarbeit im Auerbacher Kammerchor können sich unter Telefon 03744 212964 melden.

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