Vogtland trifft Wucht von Sturmtief "Sabine"

Über Stunden wütete das Tief in Südwestsachsen. Während die meisten glimpflich davonkamen, saß bei einigen Vogtländern der Schreck tief.

Auerbach.

Zahlreiche umgestürzte Bäume, Stromausfälle, abgedeckte Dächer: Das Sturmtief "Sabine" hat im Vogtland Spuren hinterlassen. Im Lagezentrum der Polizeidirektion gingen zwischen Sonntagabend und Montagmittag 40 Anrufe zu den Folgen des Sturms ein. Vor allem umgefallene Bäume, die Straßen blockierten, wurden registriert. Die erste Schadens-Schätzung liegt bei 20.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Die Integrierte Regionalleitstelle Zwickau zählte bis Montagnachmittag 335 Einsätze der Feuerwehr, davon 157 im Vogtlandkreis. Der Schwerpunkt der Einsätze lag im Beseitigen von umgestürzten Bäumen. Besonders gravierend: In Auerbach fiel am Sonntag kurz vor Mitternacht ein Baum auf drei Autos sowie auf einen Kleintransporter, die auf einem Parkplatz Am Feldschlösschen abgestellt waren.

Tief saß der Schreck auch bei den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses an der Hegelstraße in Plauen sowie in der Netzschkauer Kita Kinderland: Der Sturm deckte jeweils Teile der Dächer ab.

Die Feuerwehr rückte zum Wohnhaus an der Hegelstraße aus. Niemand sei verletzt worden, die Mieter könnten in der Wohnung bleiben, erklärte die zuständige Regio Hausverwaltung. Den Netzschkauer Kindergarten traf es schlimmer: Dort riss der Orkan das Dach ab. "Zum Glück wurde niemand verletzt", sagte Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein). "Es waren rund 65 Kinder anwesend. Das sind weniger als sonst. Dies liegt an der Urlaubs- und Ferienzeit." Das Gebäude wurde evakuiert. Es kann vorerst nicht mehr genutzt werden.

Für Wirbel sorgte "Sabine" auch im Bahnverkehr. Bis zum frühen Montagnachmittag stellte die Vogtlandbahn den Nahverkehr ein. Komplett gesperrt blieben die Strecken zwischen Zwickau, Falkenstein und dem tschechischen Kraslice sowie zwischen Greiz und Gera, so Vogtlandbahn-Sprecher Jörg Puchmüller. Auf den anderen Strecken fuhren die Züge mit verminderter Geschwindigkeit. Wegen des Windes könne es erneut zu Beeinträchtigungen kommen: "Der Betriebsstart am Dienstag wird in Sachsen zunächst mit Erkundungsfahrten ohne Fahrgäste starten."

Probleme gab es auch im Stromnetz. Im Raum Pirk/Großzöbern fiel der Strom aus. 1200 Kunden waren betroffen, so Evelyn Zaruba von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom.

Mit dem Wetter zu kämpfen hatten auch die "Freie Presse"-Zusteller, etwa der Rodewischer Stefan Ganzon. Seit sechs Jahren trägt er die Tageszeitung aus. Am Montag war er in Lengenfeld, Rodewisch, Rempesgrün, Vogelsgrün und Karolagrün unterwegs. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Der Wind ist mit voller Wucht in die Bäume gefahren und hat sie umgebogen. Als ich ausgestiegen bin, dachte ich, es reißt mir die Türe vom Auto", so der 69-Jährige. Weil es in Vogelsgrün in der Nacht zu stürmisch war, ist er den Ort ein zweites Mal angefahren - und hat ein Wintergewitter erlebt. (nij/em/nie/lh/nd)

Spuren von "Sabine" in Auerbach im Video:

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