Weichenstellung für Zeit nach der Schule

Mit einer Berufsorientierungs-Messe geht die Marienschule Treuen neue Wege. Schüler und Firmen sollen zueinander finden.

Treuen.

Wie sich die Zeiten ändern. "Noch vor zehn Jahren haben wir gebettelt, dass unsere Schüler ein Praktikum kriegen, von einer Lehrstelle ganz zu schweigen. Heute fragen Firmen bei uns nach, ob sie sich mal an der Schule vorstellen dürfen", schildert Matthias Eisel, Direktor der Marienschule, den Wandel auf dem Ausbildungsmarkt.

Kommenden Mittwoch haben Firmen die Gelegenheit, an der Marienschule um Auszubildende zu werben. Erstmals findet an der Treuener Oberschule eine Berufsorientierungs-Messe statt. Rund 20 Firmen und Institutionen können sich den Schülern präsentieren. "Das reicht von großen Treuener Unternehmen wie Goldbeck, Vowalon und Dr. Gühring über Polizei und Pflegeeinrichtungen bis zum örtlichen Handwerksbetrieb, etwa Dachdecker und Fleischer", zählt Christina Görner auf.

Die Praxisberaterin ist seit diesem Schuljahr an der Marienschule tätig. Zusammen mit den Lehrern und Berufsberatern kümmert sie sich darum, dass die Treuener Schülerinnen und Schüler in puncto Berufswahl eine erste Orientierung erhalten. "Der Schwerpunkt liegt auf den Klassenstufen 7 und 8 und beginnt mit einer Potenzialanalyse, um die persönlichen Stärken eines Schülers herauszufinden. Aufbauend darauf erhalten die Schüler Angebote zur Berufsorientierung - Betriebserkundungen und Praktika; Besuche an beruflichen Schulzentren oder Mitarbeit an unserer Schülerfirma", zählt die Soziologin auf, die über Erfahrungen aus Bildungsprojekten verfügt und sich für ihren Praxisberater-Job weitergebildet hat.

Die Berufsorientierungs-Messe ist das erste große Projekt der Praxisberaterin - das sich aber gar nicht so sehr von ihrer Tätigkeit mit Schülern, Lehrern, Berufsberatern und Unternehmen unterscheidet: "Partner suchen, Kontakte herstellen, Zusammenarbeit koordinieren, viel Organisatorisches. Und alles mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler bzw. ihren Weg ins Berufsleben", fasst die 38-Jährige zusammen.

Dass dabei eine vergleichsweise überschaubare Messe wie die in Treuen für die Zielgruppe besonders geeignet ist, darin ist sich Görner mit Schulleiter Eisel einig. "Die Schüler können erste Erfahrungen machen, wie es auf dem Ausbildungsmarkt zugeht. Sie sollen Fragen stellen, werden aber auch mit Fragen konfrontiert. Und das alles in einem Umfeld, das für Schüler der 7. und 8. Klassen überschaubarer ist als die großen Ausbildungsmessen in Plauen oder Reichenbach", sagt Christina Görner. Dort herrsche nicht nur mehr Andrang. Einige Schüler seien vielleicht auch vom Angebot überfordert oder kommen nicht zum Zuge. "Bei uns geht es individueller zu, und die Barrieren für Kontakte sind niedriger , Das passt für diesen ersten Schritt auf dem Weg zur Berufswahl", findet Görner.

Berufsorientierungs-Messe an der Marienschule/Oberschule Treuen am Mittwoch, 22. Januar, 15.30 bis 18.30 Uhr.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...