Wildenauer gestalten künftigen Spielplatz selbst

Erwachsene und Kinder haben sich am Samstag zu einem Arbeitseinsatz im Zentrum des Dorfes getroffen. Obwohl viele Hand anlegten, wird das Projekt später fertig.

Wildenau.

Nach und nach verliert die Baustelle zwischen Plohnbachstraße und Kindergarten im Steinberger Ortsteil Wildenau ihr Baustellengesicht. Am Samstag kam die Fertigstellung des angehenden Spielplatzes einen großen Schritt weiter: 30 Erwachsene und Kinder halfen beim Bepflanzen. Den Rest werden Fachfirmen erledigen.

Eine Gärtnerei stand schon am Wochenende zur Seite. Mehr oder weniger bekannte Pflanzen erhielten unter fachkundiger Anleitung eine neue Heimat: verschiedene Spiersträucher, Beerenjasmin, Flieder, Kletterrose, Kupferfelsenbirne und Klettergurke. "Die Frucht sieht tatsächlich aus wie eine Gurke", erklärte Henry Brandt von der Roscher und Partner Garten- und Landschaftsgestaltung in Lichtentanne bei Zwickau. Die Früchte der Kupferfelsenbirne werden Kirschen genannt. "Sie sind essbar und müssten jetzt fast reif sein", erklärt der Fachmann. Bis zur Naschzeit auf ihrem Spielplatz müssen sich die Wildenauer allerdings noch gedulden. "Es dauert ein bis zwei Jahre, bis Früchte ausgebildet werden", sagte Henry Brandt. In Kürze werden noch einzelne Obstbäume gepflanzt.

Als Spielplatz-Standort wählte die Gemeinde das Gelände einer alten Bäckerei aus. Die findet sich im Namen des Geländes in der Ortsmitte wieder. Auch praktisch wird einiges an das erinnern, was einst am gleichen Ort stand: Etwa ein Klettergerüst in Form eines Backofens. "Die Sitzgelegenheiten sollen wie Kuchendeckel aussehen", verriet Mandy Werner ein anderes markantes Detail. Sie ist in der Verwaltung für die vier Steinberger Kindergärten verantwortlich. "Dafür haben wir extra Apfel-Rezepte rausgesucht. Die werden in die Bleche eingraviert." Sitzgelegenheiten, Fahrradständer, Granitblöcke, ein Sonnenschutz, eine Telefonzelle für den Büchertausch und die Pflanzungen machen Wildenaus neue Mitte komplett.

Projektträger ist die Gemeinde. Überzeugungsarbeit für den Arbeitseinsatz brauchte es laut Mandy Werner nicht. Zur Sprache kam das Thema erstmals zum Elternabend bei den Wildenauer Strolchen. "Sie wollten das selber", freute sie sich. "Die Wildenauer sind einfach so familiär. Und in dieser Zeit ist bissel Gemeinschaft auch nicht verkehrt."

Voriges Jahr hatten die etwa 600.000 Euro teuren und mit Hilfe des Förderprogramms "Vitale Dorfkerne" finanzierten Bauarbeiten begonnen, die auch die Sanierung des benachbarten Mehrzweckgebäudes, die sogenannte Alte Ausnäherei, einschließen. Mit der Fertigstellung des Geländes ist die Gemeinde etwas in Verzug geraten. "Eigentlich wollten wir den Platz zum Martinsumzug am 11. November einweihen", berichtete Mandy Werner. "Doch wegen der langen Lieferzeiten von einigen Gewächsen verschiebt sich das."

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.