Züchter setzen gefragte Gockel und schöne Hühner in Szene

Die Geflügelzüchter aus Auerbach und Reichenbach sind breit aufgestellt - und das nicht nur auf den heimischen Schauen.

Waldkirchen.

Für die 74 Aussteller, die ihre Tiere am Wochenende nach Waldkirchen zur Rassegeflügel- Gemeinschaftsschau der Kreisverbände Reichenbach und Auerbach brachten, ist ihr Hobby das schönste der Welt. Anders lässt sich nicht erklären, warum die einen Urlaub nehmen, andere Stunden absetzen oder weite Anfahrten auf sich nehmen, ihre Tiere vor der Schau herausputzen, Käfige in die Halle tragen, vier Tage lang füttern und tränken und zum Schluss alles wieder aufräumen.

Geld verdienen kann man mit derartigen Aktivitäten keins, berichtet Wolfram John, der Vorsitzende des Sächsischen Rassegeflügelzuchtverbandes, der am Samstag nach Waldkirchen kam, um sich die Gemeinschaftsschau anzuschauen. "Das ist alles Ehrenamt." Es gehe bei solchen Aktivitäten also nicht ums Materielle, sondern ums Ideelle.

Mit den ausgestellten knapp 700 Tieren, können sich die Züchter aus dem Vogtland mit jeder anderen Kreisschau im Freistaat messen. "Je nach Größe des Kreisverbandes werden auf solchen Schauen zwischen 300 und 1200 Tieren gezeigt. Diese Schau ist also gut bestückt." John war nach Waldkirchen gekommen, um die Züchter der beiden Kreisverbände Auerbach und Reichenbach auf ihrem Weg, gemeinsam auszustellen, zu bestärken. "Solche große Schauen sind auch für die Besucher interessant", ist John überzeugt. Lob auch aus anderem berufenem Munde: "Ich bin das zweite Mal auf dieser Gemeinschaftsschau. Die Züchter geben sich viel Mühe. Die Atmosphäre gefällt mir", so André Kugler, der Bezirksverbandsvorsitzende.

Über so viel Lob freut sich Ausstellungsleiter Helmar Enge aus Brockau, der gemeinsam mit Doris Lange, der Chefin vom Kreisverband Auerbach und den rund 20 Helfern des Waldkirchner und anderer Kleintierzuchtverbände die Schau auf die Beine stellte. Im Kleinen aktiv sein und trotzdem auch über den Tellerrand schauen, das ist die Devise vieler Aussteller. Auch wer sich an der weltgrößten Geflügelschau, der Lipsia in Leipzig beteiligt, wie Karl-Heinz Knappe aus Reichenbach am vorigen Wochenende, käme nie auf die Idee, die heimischen Schauen zu vernachlässigen. Selbst dann nicht, wenn der Züchter in Leipzig seine großen goldfarbenen New Hampshire Hühner förmlich aus den Händen gerissen bekommt. "Das ist selbstverständlich, dass ich hier ausstelle", sagt Knappe. Außerdem müsse ein Züchter, der Erfolg haben will, auch auf sich aufmerksam machen und sich präsentieren, findet Helmar Enge. Insofern freute er sich über Ausstellungsrückkehrer, die sich einige Jahre im Hintergrund hielten, wie Lydia Möckel aus dem Auerbacher Kreisverband, die seltene Paduahühner züchtet. Die Tiere fallen auf durch ihre Feder-Haube auf dem Kopf und Federn an den Füßen. Auch ein anderer Züchter zeigte Seltenes: Wolfgang Riedl aus Auerbach. Dass er bei einer Kreisschau der einzige Aussteller mit Turbit-Mövchen ist, wundert niemanden. "Auch auf der Lipsia war ich der einzige mit dieser Rasse." Es handelt sich um eine amerikanische Züchtung mit kurzem Schnabel, langem Kopf und einer Spitzkappe.

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