Denkmal-Scheune wird Bildungszentrum

Trotz personeller Unruhe an der Spitze des Natur- und Umweltzentrums Vogtland: Der Förderverein plant die Erweiterung des Komplexes auf dem Rittergut Adlershof.

Oberlauterbach.

Naturherberge, Lehrpfade, Naturladen, Umwelt-Bildungsprojekte und Veranstaltungen; dazu der Landschaftspflegehof des Vogtlandkreises - das Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) ist breit aufgestellt. Und weil sich der gleichnamige Förderverein das Areal des Rittergutes Adlershof im Ortsteil Unterlauterbach mit privaten Eigentümer teilt, stößt man inzwischen an räumliche Grenzen. Das Problem des wachsenden Platzbedarfs soll deshalb durch die Sanierung einer unter Denkmalschutz stehenden Scheune gelöst werden.

Das Projekt trägt den Titel "Errichtung eines Kompetenzzentrum für Umwelt und Regionalbildung". Die Pläne dafür wurden am Donnerstag Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) bei einem Besuch vorgestellt. Sein Fazit nach der Präsentation durch Uwe Bernhard und Jürgen Geiser vom NUZ-Förderverein: "Bevor man so ein Projekt angeht, muss die Art- und Weise der Nutzung klar sein. Das scheint mir hier gegeben", sagte Schmidt in Richtung des Regionalmanagements der Leader-Region Sagenhaftes Vogtland/Region Falkenstein.


Die Leader-Region, die auf lokaler Ebene mitbestimmt, wofür Fördergeld der EU verwendet wird, soll 266.000 Euro der auf knapp 300.000 Euro geschätzten Kosten für die Sanierung der Scheune bewilligen. In einem ersten Schritt muss die unterkellerte Scheune gesichert und Mauerwerk und Holzwände ertüchtigt werden. Mit Blitzschutz, Elektrik sowie Einbau einer Zwischendecke sowie Rampe und Fluchttreppe würde die Scheune für Ausstellungen sowie Bildungsarbeit genutzt werden können.

Von den neuen Räumlichkeiten werde laut Regionalmanagerin Franziska Thoß auch die Leader-Region "Sagenhaftes Vogtland" profitieren. Deren wichtigstes Projekt im Tourismussektor ist bekanntlich der Aufbau eines Geoparks Vogtland mit dem Topasfelsen Schneckenstein als Herzstück. In Oberlauterbach ist ein Naturschutzzentrum als Ableger geplant. Schwerpunkt: Schutz der Waldameise sowie Alles rund um die Waldwirtschaft.

Weil die bestehende Scheune eigentlich nur die Hälfte einer Doppelscheune ist, die bis in die 1990er-Jahre das Rittergut nach Norden hin baulich abschloss, ist in einem zweiten Schritt der Wiederaufbau dieses Gebäudes geplant. Aber das sei Zukunftsmusik, betonte Uwe Bernhard, der den Vogtlandkreis im NUZ-Förderverein vertritt.

Bernhard, der offiziell als Vertreter des Landrates im Förderverein arbeitet, sagte auf Nachfrage, dass die die Pläne des Fördervereins durch die Abberufung der bisherigen Leiterin des NUZ, Katrin Hohl, nicht gefährdet seien. Hohl, die als einzige aus dem NUZ-Team direkt beim Landkreis angestellt war, wurde in die Kreisverwaltung versetzt. Die Leitung des Umweltzentrums wurde Jürgen Geiser übertragen, der wie das Dutzend Mitarbeiter beim Förderverein angestellt ist. "Das Jahr bis zum Renteneintritt von Jürgen Geiser bietet aus meiner Sicht ausreichend Zeit, um die personelle Neuaufstellung an der Spitze des Umweltzentrum in die Wege zu leiten", sagte Uwe Bernhard.

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