Die Rißmanns übernehmen

Diesen Namen verbinden viele Obervogtländer mit Musik. Jetzt leitet die Zwotaer Familie das Bibelheim in Kottengrün.

Zwota/Kottengrün.

Unter ihrem Mädchennamen Kuhnert ist Marie-Luise Rißmann vielen Obervogtländern bekannt. Mit 17 Jahren gewann die Akkordeonistin den Bundeswettbewerb "Jugend musiziert", trat seither immer wieder musikalisch in Erscheinung, zuletzt mit einem jährlichen Musicalprojekt. Gut möglich also, dass sie auch an ihrer neuen Wirkungsstätte musikalische Akzente setzt. Gemeinsam mit Ehemann Martin hat Marie-Luise Rißmann die Leitung des Kottengrüner Bibelheimes übernommen.

Während des Lockdowns ist das Paar mit den beiden Söhnen in das Wohnhaus nebenan gezogen und seit Anfang Mai ist Martin Rißmann der neue Hausleiter. Weit war der Umzug nicht, die Familie lebte in Zwota. Sie übernehmen die Aufgabe von Andreas und Ute Rogler. Sie wurden am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet.

Familie Rißmann freut sich, dass das kleine gemütliche Haus weiterhin Gäste empfangen kann. Im Advent des vergangenen Jahres reifte in den beiden der Entschluss, sich zu verändern und die Leitung eines christlichen Hauses zu übernehmen. Zunächst wollten sie ins Erzgebirge gehen. Dafür hätten sie Freunde und Familie und vieles mehr zurück lassen müssen. Nun sind sie froh, dass der räumliche Abstand nicht so groß geworden ist, und Oma und Opa auch mal die Kinder hüten können. Zurück gelassen haben sie dennoch vieles, nämlich ihre sicheren Jobs. Martin Rißmann ist Bauingenieur und hat jahrelang als Vertriebs- und Produktionsleiter für Erzgebirgische Holzkunst bei der Drechslerei Kuhnert gearbeitet. Auch Marie-Luise hatte im elterlichen Betrieb eine Beschäftigung neben ihrem Musikpädagogikstudium. Die beiden sind der Auffassung, dass sie damit gute Voraussetzungen für ihre neue Tätigkeit mitbringen. Jetzt besteht die Herausforderung zunächst darin, die Stammgäste mit gewohnten Angeboten zu halten und gleichzeitig mit neuen Ideen Gäste zu gewinnen. Sie haben sich vorgenommen, auf die Bedürfnisse junger Familien einzugehen. Mit Freizeiten, die jungen Eltern Zeit zum Durchatmen bieten, indem die Kinder gut betreut werden, wollen sie neue Zielgruppen erreichen. Ab September wird zusätzlich eine Ernährungstherapeutin eingestellt.

Das Haus wurde vor vier Jahren umgebaut und modernisiert. Es bietet bis zu 45 Gästen Platz. (mit tb)

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