Döbra bekommt saniertes Bett

Rund 340.000 Euro investiert Klingenthal allein in diesem Jahr in den Hochwasserschutz. Die Arbeiten dazu laufen.

Klingenthal.

Gesperrt ist seit Tagen die Richard-Wagner-Straße in Klingenthal. Dort wird der Durchlass des Döbra-Baches erneuert. Nach den Worten von Andreas Günnel vom Klingenthaler Bauamt laufen derzeit Gespräche mit Anwohnern, ob in diesem Zusammenhang auch Mauern zu den Grundstücken erneuert werden. Die Entscheidung soll in dieser Woche fallen. In etwa zwei Wochen sollen die Arbeiten zur Sanierung der Döbra-Brücke in der Kreuzstraße beginnen.

Gebaut wird auch der Döbra-Durchlass zwischen dem Edeka-Markt und der Einmündung in die Zwota. "In diesem Bereich gab es durch die letzten Hochwasser erneut starke Abbrüche", erklärt Günnel. Insgesamt fließen nach seinen Worten in diesem Jahr etwa 340.000 Euro in den Hochwasserschutz. Finanziert werden die Maßnahmen durch den Freistaat Sachsen.


"Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten Millionen in den Hochwasserschutz investiert. Das Thema wird die Stadt aber noch Jahre beschäftigen", hatte im Dezember 2015 der damalige Bauamtsleiter Jürgen Leonhardt deutlich gemacht, als er in den Ruhestand ging. Im August 2015 waren die Arbeiten an der Unterführung des Marktplatzes abgeschlossen worden, die mehr als eine halbe Million Euro gekostet haben. Rund 616.000 Euro kostete ebenfalls 2015 die Erneuerung der Stützmauer an der Kirchstraße.

Hochwasserschutz ist für Klingenthal seit der Gründung des Ortes 1591 ein Thema, denn die in der Regel beschaulichen Bäche Zwota und Döbra können sich bei Unwetter in kurzer Zeit in reißende Fluten verwandeln. Erste staatliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz in Klingenthal datieren aus dem Jahr 1887. Damals fanden an Zwota und Döbra Regulierungsarbeiten mit einem Umfang von 51.166,45 Reichsmark statt, wie einem Bericht des damaligen Gemeindevorstands Liebig zu entnehmen ist.

Ein Großprojekt für den Hochwasserschutz war in den Jahren 1926 bis 1929 die Regulierung des Zusammenflusses von Zwota und Döbra. Auf mehr als 80 Metern Länge fließt dort die Döbra unterirdisch - der Kanal ist vier Meter breit und 1,80 Meter hoch. Dieser Bereich wird derzeit saniert. Das kostete für die damalige Zeit gigantische 450.000 Reichsmark. Nach heutigen Verhältnissen müsste man diese Zahl mindestens mit 10 multiplizieren. Den Begriff der Fördermittel gab es zur Zeit der Weimaer Republik zwar noch nicht, aber schon damals wurden 60 Prozent der Kosten durch den Staat getragen.

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