Geschäftsführer verlässt Müllfirmen

KEV, Glitzner und DSG kommen nicht zur Ruhe. Die Kreisbehörde und der verbliebene Chef äußern sich recht wortkarg.

Reichenbach.

Erneut hat sich das Personalkarussell bei den kreiseigenen Müllunternehmen im Vogtlandkreis gedreht. Der kaufmännische Geschäftsführer Stefan Häußer ist zum 31. Juli ausgeschieden. Das bestätigte das Landratsamt auf Anfrage der "Freien Presse". Stefan Häußer sei "aus persönlichen Gründen" gegangen, heißt es weiter.

Damit steht der technische Geschäftsführer Jörg Blei zurzeit allein an der Spitze der Kreisentsorgungs-GmbH Vogtland (KEV), der Firma Glitzner Entsorgung GmbH sowie der Betreibergesellschaft Deponie Schneidenbach GmbH (DSG), bei denen insgesamt rund 160 Mitarbeiter beschäftigt sind. Ob und in welcher Weise die Lücke geschlossen wird, lässt die Kreisbehörde offen.

Erst im Februar war Prokurist Stefan Häußer zum kaufmännischen Geschäftsführer des Entsorgungsfirmen-Trios berufen worden. Bei den Firmen DSG und Glitzner bildete er gemeinsam mit Blei die Doppelspitze, bei der KEV zunächst mit Uwe Schink und dann ab Mai mit Jörg Blei. Bei den nachgeordneten Firmen des Vogtlandkreises gilt üblicherweise das Vier-Augen-Prinzip, um bei wichtigen Entscheidungen Alleingänge auszuschließen.

Dem langjährigen Geschäftsführer Uwe Schink war offenbar ein solcher Alleingang vorgeworfen worden. Er habe Fehler bei der Ausschreibung zur Verwertung des vogtländischen Restmülls begangen, hieß es. Landrat Rolf Keil (CDU) beurlaubte Schink vorläufig, entband ihn später von der Führung zweier Unternehmen - und im Mai musste Schink dann auch seinen Posten bei der KEV räumen. Alle Beschlüsse wurden in den jeweiligen Aufsichtsratssitzungen und Gesellschafterversammlungen bestätigt, heißt es aus der Kreisbehörde.

Dass die wichtige Personalie erst auf Nachfrage bestätigt wurde, ist nach Ansicht der Kreisbehörde rechtens. Es reiche, den Geschäftsführer-Wechsel im Handelsregister anzuzeigen. Der zurzeit alleinige Geschäftsführer Jörg Blei verweist ebenfalls aufs Handelsregister und erklärt, er sei nicht befugt, über Personalien Auskunft zu geben.

Ganz so klar ist das in kommunalen Firmen, die im öffentlichen Auftrag tätig sind, indes nicht. "Freie Presse" fragte bei der Landesdirektion und im Innenministerium an. Alexander Bertram aus der Pressestelle des Ministeriums erklärte, die Beantwortung bedürfe "eines höheren Rechercheaufwandes".

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