Oelsnitzer Datenspezialisten auf Erfolgskurs

Das Softwareunternehmen Simba n feiert heute sein 20-jähriges Firmenjubiläum. Porträt einer Firma, die das allgegenwärtige Schlagwort "Digitalisierung" mit Leben füllt.

Oelsnitz.

Noch bis vor Kurzem haben die Mitarbeiter des Rettungsdienstes Zettel ausgefüllt. Auf Transportscheinen notierten sie, welche Leistungen sie am Patienten erbracht haben. Tausende solcher Scheine fielen jedes Jahr an. Sie bildeten die Grundlage für die Abrechnung des Rettungszweckverbandes. Doch "Zettelwirtschaft" hat ihre Tücken - und das nicht nur aufgrund des zeitlichen Verzuges. Dass der Rettungsdienst jetzt mit Tablets arbeitet, daran haben auch Oelsnitzer eine Aktie. Das Softwareunternehmen Simba n hat die Abläufe digitalisiert. Von der Einsatzalarmierung bis zur Abrechnung speisen die Rettungsdienst-Mitarbeiter alle Daten direkt ins System ein, erklärt Matthes Nagel, Geschäftsführer des Oelsnitzer Unternehmens. Das spart dem Verband Verwaltungskapazität.

"Digitalisierung findet nicht nur im Silicon Valley statt, sondern auch im ländlichen Raum", sagt Matthes Nagel. Welche Facetten das Thema hat, wird heute in der Oelsnitzer Katharinenkirche aufgezeigt. Anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums hat Simba n dort eine Konferenz organisiert. Bis zu 100 Gäste werden erwartet. Ein Schwerpunkt dabei bildet der Bereich Medizin mit dem aufgezeigten Beispiel. Aber auch Wirtschaftsvertreter berichten über ihre Erfahrungen im Bereich Digitalisierung - vom Mittelständler aus der Region bis hin zum globalen Automobilkonzern.

Als der promovierte Mathematiker Matthias Nagel vor 20 Jahren das Softwareunternehmen als Einmannfirma gründete, war er bereits 20 Jahre auf diesem Gebiet im Geschäft. Dennoch hatte er nur eine leise Ahnung von der bevorstehenden rasanten Entwicklung. Vor allem der Bereich Data Science hat sich zu einem wichtigen Standbein von Simba n entwickelt. Dabei ist es nicht nur von Bedeutung, Daten zu sammeln, sondern daraus Schlüsse zu ziehen. Matthes Nagel: "Die entscheidende Frage ist, was kann ich mit den Daten verändern." Auch dabei gibt der Rettungszweckverband ein Beispiel, das alles andere als abstrakt ist. Das Unternehmen analysiert, wie die gesetzlich geforderte Hilfsfrist von zwölf Minuten eingehalten wird. Auf dieser Grundlage werden beispielsweise Investitionsentscheidungen für neue Rettungswachen getroffen.

Simba n beschäftigt aktuell 21 Mitarbeiter. "Wir wollen weiter wachsen", sagt Matthes Nagel. Mitarbeiter zu gewinnen, stellt dabei für die Oelsnitzer die wichtigste Herausforderung dar. Allerdings kennen sie einen Schlüssel zum Erfolg aus eigener Erfahrung. "Wir haben hier vier Mitarbeiter, die bereits seit ihrem 14. Lebensjahr mit der Firma verbunden sind", sagt Matthes Nagel, der selbst dazugehört. Die Zusammenarbeit mit Schulen sei deshalb ein wichtiger Faktor. Aktuell kommen zehn Sechstklässler aus dem Oelsnitzer Gymnasium zum Unterricht ins Unternehmen - und sind Feuer und Flamme. Nagel: "Ab dem nächsten Jahr treten wir auch an Grundschüler heran."

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