Vogtländer erinnern an Opfer des Faschismus

Gedenkveranstaltungen in Plauen, Treuen und Lengenfeld - Auch Überlebender vor Ort

Plauen.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), der Kreisverband der Linken und die Linksjugend im Vogtland haben am Sonntag auf dem Plauener Hauptfriedhof der Opfer des Faschismus gedacht. Am Mahnmal für die Opfer des Faschismus legten sie Kränze nieder. Heinz Schierenbeck, Kreisvorsitzender des VVN-BdA, erinnerte in seiner Begrüßung an die Geschichte des Gedenktages.

Überlebende von Konzentrationslagern und Zuchthäusern hatten am 9. September 1945 erstmals der Opfer des Faschismus gedacht. Sie begründeten die Tradition des Gedenkens an jedem zweiten Sonntag im September. Seit 1947 trägt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten diesen Gedenktag und organisiert die Gedenkveranstaltungen.

Einen Gedenktag gebe es also schon lange, "noch bevor Roman Herzog das angeregt hat", sagte Heinz Schierenbeck in seiner Ansprache. Er meinte damit den vom ehemaligen Bundespräsidenten angeregten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der am 27. Januar als gesetzlich verankerter und bundesweiter Gedenktag im Kalender steht. Das Datum bezieht sich auf die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945.

Lars Legath, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Linkspartei im Vogtland, erinnerte an den Ursprung des Zitates "Menschen, ich hatte euch lieb, seid wachsam", der am Mahnmal auf dem Hauptfriedhof unterhalb des Krematoriums zu lesen ist. Das Zitat stammt aus der "Reportage unter dem Strang geschrieben" von dem tschechischen Autor Julius Fucik, der von den Nazis am 8. September 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden ist. Fucik schrieb den Text nach Folterungen durch die Gestapo und unter dem Eindruck des nahenden Todes.

Legath machte auch auf die anderen Veranstaltungen aus Anlass des gestrigen Gedenktages in der Region aufmerksam. Eine fand in Lengenfeld an der Gedenkstätte Walkmühlenweg statt und wurde vom VVN organisiert. Die Linke in Treuen rief zu einer Gedenkstunde am Grab der jüdischen Frauen auf dem Treuener Friedhof auf. Als letzter Überlebender im Kreisverband des VVN-BdA, der von den deutschen Nationalsozialisten verfolgt worden war und eingesperrt wurde, hat Leo Freund an der Kranzniederlegung in Plauen teilgenommen. Der 1927 geborene Plauener war im Arbeitslager Coswig nahe Dresden interniert. (pa)

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