Applaus nicht nur für die Sieger

Das Bläserensemble Federspiel aus Österreich und die Band La Gãpette aus Frankreich haben den Folkherbst 2016 gewonnen. Bei der Preisverleihung haben auch andere Akteure viel Beifall erhalten.

Plauen.

Wenn jemand etwas ausspricht, was alle gedacht haben, dann gibt's zu Recht Applaus. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) hat am Samstagabend im Malzhaus bei der Preisverleihung zum Folkherbst 2016 den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen: "Ute Gotter und ihr Team funktionieren perfekt seit 25 Jahren", lobte der Rathauschef die Mannschaft des Malzhauses. Dieser Satz wurde von den rund 300 Besuchern im voll besetzten Malzhaus mit Beifall quittiert. Oberdorfer erinnerte dabei auch nochmals an den im Dezember verstorbenen Galeristen des Hauses, Peter Hochel, und dankte auch ihm.

Mit witzigen Worten moderierten Malzhaus-Chefin Ute Gotter und ihre Mitstreiter die 25. Folkherbst-Preisverleihung. Die Plauener Formation Landluper hatte zunächst eine musikalische Laudatio für die österreichischen Preisträger Federspiel abgegeben, bevor der Leiter des Vogtlandkonservatoriums, Jörg Leitz, eine unterhaltsame Lobrede auf das siebenköpfige Bläserensemble aus dem Nachbarstaat hielt.

Weil es sich um Bläser handelte, fabulierte Leitz über eine tatsächliche oder auch nur ausgedachte Konkurrenz zwischen diesen Musikern und den Streichern in einem Orchester. Welche Eigenarten die einen und die anderen haben und welche Streitigkeiten sie möglicherweise austragen, das kam bei den Zuhörern gut an.

Federspiel bekam den Preis der Jury. Die Gruppe spiele mit Orchesterinstrumenten und habe ihre warmen und einfühlsamen Blechbläser passend mit einer Klarinette erweitert, charakterisierte der Laudator deren Musik. "Sie verbinden die verschiedensten Stile miteinander", sagte der Plauener. Die Band trete "frech, mitreißend, begeisternd und ironisch in Erscheinung".

Die Band La Gãpette, der Publikumssieger, kommt aus der Bretagne. Das Bistro spielt bei den Franzosen eine große Rolle. Das kann man wortwörtlich nehmen, denn beim Auftritt wurde ein solches Bistro aufgebaut, in das sich die Musiker dann auch hin und wieder setzten. Mit einer "furiosen Mischung aus Musette, Ska, Chanson und Gipsy", wie es in der Würdigung der Gewinner des Publikumspreises hieß, hätten sie die Vogtländer überzeugt. Am Ende sangen und tanzten sie mit ihren Zuhörern.

Wie der Publikumspreis zustande kommt? Jeder Besucher kann zwischen einem und sieben Punkten auf dem "Adrenalin-Pegelmeter" an die Künstler vergeben. Die Jury setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen. Darunter befinden sich Friedrich Reichel, der ehemaliger Direktor des Vogtlandkonservatorium, sowie Jörg Leitz, der amtierende Direktor dieser Einrichtung, sowie die Folkband Landluper. Beide Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Die Siegertrophäe ist die Figur des Eisernen Eversteiners, der dieses Jahr zum 25. Mal vergeben wurde.

Nach der Verleihung gaben beide Formationen ihr Preisträgerkonzert.

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