Breitbandausbau heiß erwartet: Ratssitzung zieht in Kapelle um

Die Stadtwerke haben in dieser Woche in Neundorf und Kauschwitz ihre Pläne für Anschlüsse ans schnelle Internet vorgestellt. Das Interesse war so groß, dass ein Umzug notwendig wurde.

Kauschwitz.

Am Dienstagabend waren es 400 Einwohner aus Neundorf, die zur Info-Veranstaltung zum schnellen Internet ins Haus Vogtland strömten. Am Mittwoch musste der Ortschaftsrat Kauschwitz vom eigentlich als Veranstaltungsort vorgesehenen Sitzungsraum im Feuerwehrhaus spontan in die Kapelle umziehen. Denn zehn Minuten vor Beginn der Ortschaftsratssitzung war der Raum bereits überfüllt. "Es stehen noch viele Leute draußen, die keinen Platz mehr finden", bat Ortsvorsteher Ingo Eckardt die Bürger, kurzfristig in die Kapelle am Rittergut zu kommen, weil dort weitaus mehr Leute einen Sitzplatz finden. Mehr als 150 Kauschwitzer interessierten sich für die Pläne der Stadtwerke Strom in Sachen Breitbandausbau.

Wie in Neundorf soll das Verlegen der Glasfaserkabel auch in Kauschwitz im Frühjahr beginnen. Einen genauen Monat konnte Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Kober noch nicht nennen. "Wir sind im Moment dabei, die Firmen zu binden", berichtete er über die Auftragsvergabe an Bauunternehmen. Nähere zeitliche Angaben seien daher noch nicht möglich. Das gilt auch für den Zeitpunkt der Fertigstellung und Anbindung an das Breitbandnetz mit Geschwindigkeiten bis zu 1000 Megabit pro Sekunde. Im Jahr 2020 soll es so weit sein.

Die Einwohner interessierten sich jedoch für weitaus mehr als nur für das Ende der Baumaßnahmen. Was ist zum Beispiel mit dem Wohnblock eines Großvermieters im Dorf, wollte ein Mieter von dort wissen. "Der Eigentümer muss entscheiden, ob die Glasfaserkabel auf seinem Grundstück verlegt werden sollen oder nicht", antwortete Peter Kober. Man könne die Eigentümer nicht dazu zwingen, stellte der Plauener klar. Aus diesem Grund liegt den Anschreiben an die Hausbesitzer auch ein Formular mit einer Einverständniserklärung für das Verlegen der Kabel auf deren Grund und Boden bei. Der Mann solle sich an seinen Vermieter wenden. Wer seinen Telefonanschluss derzeit über eine Freileitung bekommt und dann auf Glasfasertechnik umsteigen will, der brauche seinen alten Anschluss nur zu kündigen. Wer die Kosten für den Rückbau der Freileitung übernimmt und wer diesen Rückbau veranlasst, dazu konnte der Stadtwerkechef nichts sagen.

Sollten die neuen Kabel im Boden nach dem Verlegen beschädigt werden, so kommt derjenige für den Schaden auf, der ihn verursacht hat.

Wenn in einem Haus mehrere Parteien wohnen oder mehrere Eigentümer vorhanden sind, so legen die Arbeiter auch mehrere Anschlüsse. Das müsse nur vorher mitgeteilt werden. Die Anbindung an das Breitbandnetz ist kostenlos und verpflichtet nicht zu einem Nutzungsvertrag mit den Stadtwerken, hat Peter Kober nochmals betont. Wenn andere Anbieter die neue Technik nutzen wollen, sei das möglich.

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