Bürgerinitiative auf Suche nach Horst

Rund um die geplanten Windrad-Flächen bei Meßbach und Taltitz sind mehr als nur Protestplakate verschwunden. Was steckt dahinter?

Messbach/Taltitz.

Kaum hatte die Bürgerinitiative (BI) gegen Windräder bei Meßbach/Taltitz ihr Gutachten über das Vorkommen geschützter Rotmilane in dem Gebiet vorgelegt und bekannt gemacht, verschwand dort einer der Horste. Ein Baum mit einem zweiten fiel um oder wurde umgelegt.

Karla Schellenberg von der BI fällt es schwer, an Zufall zu glauben: "Das war kein Sturm, wie man uns glauben machen will", ist sie überzeugt. Genährt wird ihr Verdacht nicht nur dadurch, dass in der Nacht zum vergangenen Sonntag auch noch Protestplakate der BI nahe der B 173 abgeschnitten und gestohlen wurden. Sondern auch durch einen Bericht der "Ostthüringer Zeitung" vom 18. April.

Sie berichtet, dass mittlerweile das Landeskriminalamt in Erfurt (LKA) wegen des dutzendfachen Todes von Greifvögeln in Thüringen ermittelt. "Zumeist ist der streng geschützte Rote Milan betroffen. ,Es besteht der Verdacht, dass die Tiere gezielt beseitigt werden'" zitiert die Zeitung einen Ermittler. Im Saale-Holzland-Kreis verschwand ein Rotmilan-Pärchen auf mysteriöse Weise, ein Mäusebussard wurde mit Schrot abgeschossen. Das LKA prüfe Verbindungen zu Windkraft-Projekten. Vogelschützer und Ermittler hätten zumeist keinerlei Reste mehr von den Horsten gefunden.

Auch das ist eine Parallele zu dem Fall in Meßbach. Die BI-Leute haben Fotos des beschädigten Baums an einen Baumforensiker geschickt. Sein Urteil darüber, ob die Schäden auf natürliche Weise entstanden sein können, steht noch aus. Schellenberg: "Sollte sich bei der Sichtung der Bilder ein Verdacht bestätigen, werden wir wohl auch eine Anzeige machen müssen." Ganz gleich, wieviel Mühe sich vielleicht gewisse Leute auch geben würden: "Ein einmal kartierter Horst hat fünf Jahre Bestandsschutz, auch wenn er kaputt ist." Milane bei Meßbach bauen bereits neue Brutnester: "Die lassen sich nicht so einfach vertreiben."

Die BI habe einiges eingeleitet. Per Aushang in den Orten und Faltblatt an die Haushalte rief sie zu erhöhter Wachsamkeit auf und bat darum, verdächtig erscheinende Fahrzeuge oder Personen sowie tote Greifvögel oder präparierte Giftköder zu melden. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht hohe Strafen für jene vor, die geschützte Tiere vorsätzlich stören oder gar töten.

Für Hinweise auf Verdächtige, die zum Beispiel Kletterausrüstung mit sich führten, oder den Verbleib der Protesttransparente, die an der B173 standen (siehe auch Ausgabe gestern), hat die Bürgerinitiative eine Belohnung von 150 Euro ausgesetzt. Tipps unter Telefon 0152 33966518.

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4Kommentare
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  • 3
    0
    Tauchsieder
    28.04.2017

    Da würde ich mich mal an die besagte Frau im Artikel aus Messbach wenden "Aussaugerges", die kann bestimmt mit Mail-Adressen aushelfen. Auch ein Hr. Mehlis (Auktionshaus) oder eine Fr. Zimmermann aus dem gleichen Ort Messbach können sicherlich helfen. Ich werde auch mein möglichstes dazu beitragen.
    Zum "Abschuss" frei gegeben, da meine ich sicherlich nicht die Vögel.

  • 2
    0
    aussaugerges
    28.04.2017

    Da gibt hier Elemente die das noch öffentlich unterstützen,roter Daumen.

  • 3
    1
    aussaugerges
    28.04.2017

    Hier werde ich mich mal besonder einsetzen.
    Diese skrupelose Banden sind schlimmer wie eine Mafia.
    Der Artikel geht an hunderte Org.
    Wie bekomme ich 100 Mail Adressen her, wo es Weh tut.

  • 2
    1
    Tauchsieder
    28.04.2017

    Windkraftmafia, was anderes kann man nicht dazu sagen. Hier geht es um Milliardenbeträge. Sogar Europol warnt in einem Zitat bei N24 - Welt/Wirtschaft: - Die italienische Mafia investiert im großen Stil in Ökostrom-Anlagen ? vor allem, um ihre Milliarden zu waschen - Zitat Ende.
    Was für eine kriminelle Energie muss hier dahinter stecken. Ob jetzt hier bei Messbach geschehen oder vor kurzem bei Weissensand, dies ist ein bundesweites Problem und wie schon eingangs erwähnt kann man dies nur mit Öko-Mafia bezeichnen.
    Erst durch die Bundesregierung und ihrem Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde dies möglich gemacht. Hier verdienen sich mit Steuergeld und dem Geld der Bürger auf Kosten aller ein paar wenige eine goldene Nase.
    Dies sollte unbedingt zur Anzeige gebracht und der Tatbestand amtlich festgestellt werden. Bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung wäre dieses Argument unschlagbar.



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