Bürgermeisterwahl am Sonntag: Pöhl startet den dritten Versuch

Es könnte ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Die Amtsinhaberin und der Herausforderer rufen zur Wahlteilnahme auf.

Pöhl.

Die Hängepartie um die Bürgermeisterwahl in Pöhl geht in wenigen Tagen zu Ende. Am letzten Oktobersonntag werden die 2116 Wahlberechtigten der Talsperrengemeinde erneut an die Wahlurne gerufen. Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) und ihr Herausforderer Lothar Kramer (Freie Wählervereinigung) treten erneut gegeneinander an. Die Spannung vor dem Showdown in Pöhl knistert.

Mit neuen Plakaten und einer Vielzahl von Gesprächen versucht Daniela Hommel-Kreißl, die Pöhler zu überzeugen, damit sie eine weitere Amtszeit absolvieren kann. Sie hoffe, dass nicht nur jene Bürger an die Wahlurne gehen, die einen Wechsel wollen, sagt die Ortschefin: "Ich hoffe, dass auch all jene ins Wahllokal gehen, die mich als Bürgermeisterin behalten wollen."

Mit Flyern und neuen Wahlplakaten trumpft Herausforderer Lothar Kramer auf. Auch er appelliert an die Pöhler, zur Wahl zu gehen. "Viele wollen eine Veränderung", sagt Lothar Kramer, es gehe in der nächsten Amtszeit "um die Existenz der Gemeinde Pöhl", betont er.

Es ist am Sonntag bereits der dritte Anlauf: Im ersten Wahlgang am 1. September hatte die Amtsinhaberin mit 46,5 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Kramer kam auf 33,5 Prozent, als dritter Bewerber erreichte der unabhängige Einzelkandidat Andreas Sachse 20 Prozent. Sachse zog inzwischen zurück und unterstützt den Bewerber der Freien Wähler, womit sich die Kräfteverhältnisse verändert haben. Viele erwarten am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Stichwahl am 22. September war im letzten Moment geplatzt: Lothar Kramer hatte bei der Rechtsaufsichtsbehörde im Landratsamt Wahlbeschwerde eingelegt, weil seine Rivalin auf einer Facebook-Seite in unerlaubter Weise Wahlwerbung betreibe. Diese Seite erwecke den Eindruck einer Gemeindeseite und war von der offiziellen Pöhler Internetseite aus verlinkt. Die Rechtsaufsichtsbehörde sah einen "Verstoß gegen das Neutralitätsgebot" und eine "Verletzung der Chancengleichheit im Wahlkampf" und gab der Wahlbeschwerde Kramers statt. Deshalb der späte Wahltermin am Sonntag.

Inzwischen dreht sich der Streit um die Frage, wer für die wegen der Verschiebung der Stichwahl entstehenden Mehrkosten aufkommen muss. "Die Kosten trägt zunächst die Gemeinde Pöhl", heißt es von der Rechtsaufsicht des Vogtlandkreises. "Die Bürgermeisterin hat die Mehrkosten verursacht und muss sie auch tragen", erklärt indes Lothar Kramer. Es gehe um 1600 Euro, er werde sich für einen entsprechenden Beschluss im Gemeinderat stark machen. "Dafür hat die Gemeinde eine Versicherung", erwidert Daniela Hommel-Kreißl. Die Versicherung trage 90 Prozent, für den Rest komme sie auf, sagt die Ortschefin.

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