Burgruine Liebau: Aus der Mauer lösen sich immer mehr Steine

Fast 700 Jahre hat sie sich tapfer gehalten, aber jetzt ist das Maß voll. Die Außenburg der Liebauer Ruine droht ohne Geldspritze zu verfallen.

Liebau.

Da müssen Profi-Baumeister Abhilfe schaffen: Mehr und mehr Natursteine lösen sich aus einer Mauer der Ruine Liebau und stürzen zu Tal. "Die Außenburganlage hat ja ein paar Jahre auf dem Buckel", erklärte Jörg Gemeinhardt vom lokalen Verein De Gockeschen. Von 1327 sei sie vermutlich und noch im Urzustand, weil nie saniert worden. Das ist jetzt offenbar dringend nötig.

"Das können wir als Verein nicht selbst machen", so Gemeinhardt weiter. Es handele sich um 38 Meter bröselnde Mauer, die von Humus befreit, teils freigelegt und geflickt werden müsse. "Von oben darf kein Wasser mehr reingeraten", erklärt Gemeinhardt.

An einer anderen Stelle der Ruine kommt ein Arbeiter nicht weit, wenn er nicht von einem Gerüst aus arbeiten kann. Das ist ebenfalls nicht billig. Die Partie, um die es geht, sei nach 1530 entstanden, weiß Gemeinhardt: "Ein ehemaliger Durchgang." Auch dort bröckeln Wände weg. "Es ist keine Gefahr im Verzug", erklärt er weiter. "Aber das ist doch ein Fall für richtige Baumeisterarbeiten." Dafür hofft der Verein auf eine Geldspritze. Doch zuvor muss der Gemeinderat zu den Arbeiten Ja sagen.

Wie die Pöhler Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) nun während eines Treffs des Gemeinderats erklärte, hätten sich Mitglieder des Technischen Ausschusses in Liebau umgesehen - auch die Ruine war Teil des Rundgangs. "Ich habe vorsorglich die Frist zur Beantragung von Fördergeldern zur Notsicherung von Denkmalen in 2019 mit der Beantragung am 30. September gewahrt", sagte sie. Sei der Gemeinderat dafür und sollte der Förder-Rubel rollen, könne die Außenburganlage notgesichert werden. Die Gemeinde rechne mit etwa 4000 Euro Eigenmittel bei zuwendungsfähigen Kosten von rund 27.000 Euro. Anfang Dezember gibt es mit der Unteren Denkmalbehörde einen Vor-Ort-Termin, so die Gemeindechefin weiter. Danach soll feststehen, ob die Behörde die Notsicherung als förderfähig ansieht.

Die Ruine ist Teil des geplanten Geschichts- und Naturparks Liebau, den die Kommune aufbauen möchte. Von den Bröckel-Mauern nicht betroffen ist das Vorhaben Kulturbahnhof von De Gockeschen: Sie wollen die historische Wartehalle des Bahnhofs Rentzschmühle am Festplatz zu Fuß der Ruine wieder aufbauen und für Veranstaltungen nutzen. "Die statischen Berechnungen sind fertig", sagte Gemeinhardt zum Stand des Projekts. Nun muss als Nächstes der Bauantrag im Landratsamt gestellt werden.

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