Christlichen Wahlkandidaten auf den Zahn gefühlt

Wahlen 2019 Elf Frauen und Männer von fünf Parteien haben sich am Mittwoch in der Johanniskirchgemeinde den Fragen von Kirchenmitgliedern und Bürgern gestellt.

Plauen.

Das Pfarrkonvent der Stadt Plauen hat Kandidaten für die Kommunalwahlen am 26. Mai eingeladen, die Kirchenmitglieder sind. Sie bekamen damit die Möglichkeit, sich öffentlich anderen Christen und Bürgern vorzustellen und auf deren Fragen zu antworten. Die Veranstaltung im Johannissaal an der Untere Endestraße lief allerdings nach Regeln ab, auf deren Einhaltung Pfarrer Hans-Jörg Rummel dann auch pochte. Alle elf Kandidaten von fünf Parteien konnten vier Minuten lang frei sprechen und ihre politischen Ansichten und Ziele vortragen. Die Reihenfolge der Redner richtete sich nach dem Alphabet. Anschließend hatte das Publikum eine Minute Zeit, um Fragen zu stellen. Streitgespräche zwischen den Bürgern und den Bewerbern wurden während dieser Vorstellung nicht zugelassen. Die konnten danach im persönlichen Gespräch ausgetragen werden. Die Veranstaltung lief ruhig ab.

"Wir wollen einfach mal aufeinander hören", erklärte Hans-Jörg Rummel diese Vorgehensweise. Zu hören war dann zunächst der Straßberger Ortsvorsteher Dieter Blechschmidt, der vor zwei Jahren aus der CDU ausgetreten ist. Dazu wollte ein Bürger dann auch gleich Näheres wissen. Grund dafür sei die Bundespolitik der CDU gewesen, "genauer gesagt die Europapolitik und die Finanzpolitik", antwortete der Stadt- und Kreisrat. Während man sich um Griechenland in deren Finanzkrise bemüht habe, lasse man Großbritannien einfach so ziehen, deutete er einen der für ihn ausschlaggebenden Aspekte an.


CDU-Stadtrat Tobias Kämpf betonte den Schutz ungeborenen Lebens und antwortete dazu auf eine Frage aus dem Publikum: "Unabhängig von einem Handicap sind alle Menschen ein Geschöpf Gottes und wertvoll.. Deshalb gelte dieser Schutz natürlich auch bei Behinderten.

CDU-Stadt- und Kreisrat Lutz Kowalzick stellte wie weitere Redner des Abends das Vorgehen gegen die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg heraus. Besonders darum wolle er sich in der nächsten Wahlperiode kümmern. Lars Legath von der Partei Die Linke kritisierte die fehlende Barrierefreiheit des Pfarramtes sowie der Superintendentur an der Unteren Endestraße und erhielt dazu von Pfarrer Hans-Jörg Rummel auch gleich eine Antwort: "Bei der Barrierefreiheit bahnt sich etwas an." Bei einem möglichen Bauvorhaben müsse bei diesem Gebäude jedoch der Denkmalschutz beachtet werden.

Zu extremen Ansichten von AfD-Mitgliedern befragt, hat sowohl AfD-Kreisrat Frank Schaufel als auch AfD-Kandidatin Sabine Schumann geantwortet. Es gebe beim Parteieintritt eine Unvereinbarkeitsliste, sagte Frank Schaufel. Darauf stünde der Dritte Weg und auch die NPD. Einige von Björn Höckes Äußerungen empfinde sie als grenzwertig, reagierte Sabine Schumann.

Diana Zierold von den Grünen regte die Übertragung der Sitzungen des Kreistages und des Stadtrates per Internet an, damit sich Bürger unabhängig von der Berichterstattung in der Presse ein eigenes Bild machen können.

Der CDU-Fraktionschef im Stadtrat, Jörg Schmidt, will das Parkraumkonzept ändern. Das sei ein Fehler gewesen. CDU-Kandidat Lennart Schorch stellte die Wichtigkeit eines soliden Haushalts heraus.

Er sei weder links noch rechts, meinte SPD-Kandidat Jürgen Nungesser. Man müsse die Dinge in der Mitte zusammenbringen. Er nannte Wirtschaft und soziale Belange als Beispiel. Die erst kürzlich in die CDU eingetretene Straßberger Ortschaftsrätin Bettina Dög möchte die Ortsteilbewohner dazu bewegen, im Dorf mehr mitzuwirken und sich mehr angesprochen zu fühlen.

Nach der Vorstellungsrunde kam es dann noch zu persönlichen Gesprächen zwischen Kandidaten und Bürgern.

Bewertung des Artikels: Ø 2 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...