Die Hammertorvorstadt: Ein Viertel mit vielen Problemen

Nirgendwo sonst in Plauen sind die Gegensätze so groß wie in diesem Stadtteil. Darauf hat gestern Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) bei einer ersten Ortsbegehung aufmerksam gemacht.

Plauen.

Jede Menge Hundekot, marode Häuser, umherliegender Müll samt Essensresten und kaputte Fußwege bekamen die Teilnehmer der ersten Ortsbegehung der Stadtverwaltung in der Hammertorvorstadt gestern zu sehen. Nadja Friedländer-Schmidt vom Bürgerbüro im Rathaus hatte zusammen mit ihren Mitarbeitern und Einwohnern insgesamt 33 Problemstellen in dem Gebiet zwischen Reißiger Straße und Weißer Elster, zwischen Stresemannstraße und der Straße Am Preißelpöhl aufgelistet. Rund 1000 Menschen wohnen in dem Viertel, in dem auch Rotlichtmilieu zu Hause ist.

Den Höhepunkt unappetitlicher Hinterlassenschaften von Vierbeinern konnte man am unteren Teil der Heubnerstraße erleben. Ein mehr als zehn Meter langer, brauner Streifen mit breitgezogener Masse war zu erkennen. Der städtische Bauhof will dort die Reinigung veranlassen. "Das hat sich bisher noch nicht als Schwerpunkt herausgestellt", reagierte der Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, Wolfgang Helbig, auf den Hinweis, dass der Weg zur Streichhölzerbrücke und dann weiter zum Elsterradweg mit unzähligen solcher Haufen übersät ist. "Das wird künftig stärker kontrolliert", kündigte er an.

Was die zahlreichen heruntergekommenen Häuser angeht: Nicht alle können der Abrissbirne zum Opfer fallen. So lange sie verschlossen sind und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit darstellen, könne man nichts dagegen unternehmen, machte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer klar. Im Falle des Hinterhofgebäudes Hammerstraße 83 könnte sich aber etwas tun. Dank Fördermittel könne noch dieses Jahr der Bau beseitigt werden, erklärte Kerstin Schicker, die Bau- und Umweltchefin im Rathaus. Die Erbengemeinschaft sei bereit dazu. "Wir müssten in Eigentum kommen", beantwortete Schicker auch an der Hammerstraße 76 und 78 die Fragen der Bürger nach Abriss. Die Eigentümer sollen nun angeschrieben und gefragt werden, ob sie verkaufen wollen, kündigte der Rathauschef an. Fest steht, dass das Anwesen Merkelstraße 6 bald der Vergangenheit angehört. Das Dach ist schon halb eingefallen. Das intakte Nachbargebäude wird in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Fußweg wächst schon ein Wald.

Die Rathausverantwortlichen konnten sich entlang der zirka zwei Kilometer langen Strecke, für die zweieinhalb Stunden gebraucht wurden, vom mangelhaften Zustand zahlreicher Gehsteige überzeugen. "Ich würde den Weg in Eigenleistung machen", hat Hausbesitzer Jan Liebner an der Hammerstraße wissen lassen. Wenn die Stadt ihm das Material dazu stellen würde, könnte er das vor seinem Gebäude übernehmen. Aber aus dem Rathaus erhielt er dazu eine Absage. Das müsse fachgerecht gemacht werden. Der Plauener hat den Rundgang in dem Wohngebiet im vorigen Jahr mit angeregt.

Tiefbauchef Steffen Ullmann hat angekündigt, dass der Weg an der unteren Lessingstraße bis Ende 2018 in Ordnung gebracht wird. Die Eigentümer der Bauten dort seien zudem angeschrieben worden, dass sie den an einigen Stellen herumliegenden Müll wegräumen sollen. Dabei handelt es sich auch um Essensreste.

Eine ganz besondere Zier der Hammertorvorstadt ist das dicke Heizungsrohr, das hoch oben auf einem Gestänge quer durch das Gebiet verläuft. Das werde gar nicht mehr genutzt, informierte Jens Kliemann vom Wärmeversorger Envia Therm. Falls das Rohr nicht zur Versorgung der am Lessinggymnasium geplanten neuen Turnhalle gebraucht werde, soll es zurückgebaut werden, sagte er dem OB.

"Das sind krasse Unterschiede hier", stellte Oberdorfer am Ende fest. Den maroden Häusern stünden jedoch Investitionen wie von Bike House an der Hammerstraße und andere gegenüber. In der Einwohnerversammlung am 23. Mai wird weitergeredet über die Situation in dem Stadtteil. Der Ort für die Versammlung steht noch nicht fest.

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1Kommentare
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  • 4
    1
    aussaugerges
    16.03.2017

    Ja wenn unsere Beamte nur etwas mehr zu den blühenden Landschaften stehen würden.
    20% sind doch aus den ABL
    Warum ziehen sie nicht hierher,nein sie zersiedeln wertvolle Natur
    Im Aussenbereich.
    Hier gibt es Radwege,Grünanlagen und keine Industrie mehr.



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