Faschingsvereine stellen sich Challenge

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Der Karneval 2021 lebt von den Erinnerungen. Umzüge und Feiern sind wegen Corona tabu. Zum Glück gibt es das Internet. Dort dreht sich derzeit das Faschingskarussell. Karnevalsvereine können sich gegenseitig nominieren und müssen ihre schönsten Fotos ins Netz stellen.

Um den Fasching durch die Coronapandemie zu bringen und die Tradition nicht aussterben zu lassen, haben sich auch zahlreiche vogtländische Faschingsvereine der Challenge "#Fastnachtskarussell" bei Facebook angeschlossen. So zum Beispiel der Elsterberger Faschingsclub und der Jocketaer Carneval Club. Auch der Schönberger Carnevals-Club ist vertreten. "Uns hilft hierbei meine Tochter Stella, sie ist Schriftführerin im Verein", sagt der SCC-Vereinsvorsitzende Sven Ehrhardt. Wer nominiert ist, muss Fotos vom Fasching der vorigen Saison oder vorheriger Jahre posten - und das innerhalb von 24 Stunden, um die Challenge zum Erfolg zu führen. Ansonsten, so heißt es, ist eine große Runde Bier und Sekt fällig, sobald wieder Fasching zelebriert werden darf. Nominiert wurden die Schönberger Karnevalisten vom Schleizer Karnevals Club.

Das Fastnachtskarussell dreht sich dann sozusagen weiter, wenn der mit der Challenge beauftragte Verein andere Faschingsclubs nominiert. Die Schönberger riefen die Karnevalsvereine in Oberböhmsdorf, Weischlitz und Irfersgrün auf, ihre Fotos zu posten. "Wir wollen versuchen, in Erinnerung zu bleiben", sagt Ehrhardt. Mit der Hoffnung, dass es nächstes Jahr weitergeht. Und: "Wir bleiben in Kontakt mit anderen Faschingsvereinen."

Der SCC, der in diesem Jahr auf eine 46-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken kann, hat indes noch ganz andere Sorgen: "Wir müssen uns, auch wenn kein Fasching ist, um das Bürgerhaus in Schönberg kümmern", so Sven Ehrhardt. "Andere Vereine mieten sich ein, wir müssen für die Betriebskosten im Haus aufkommen." Jeden Monat sind Abschlagszahlungen für Strom fällig. Und man müsse sich kümmern, dass die Heizung im Haus nicht einfriert bei der derzeitigen Kälte. "Wir haben jetzt Kontakt mit dem Bürgermeister in Rosenbach aufgenommen", sagt der Vereinsvorsitzende. Von der Kommune, dem Besitzer des Bürgerhauses, wird auf Hilfe gehofft. Zuletzt konnte das Parkett im Saal erneuert werden.

"Es ist eine schwierige Zeit, jeder hat mit sich zu tun", so der Schönberger. "Die Leute denken, wir sind ein Spaßverein und brauchen keine Unterstützung." Aber ohne Veranstaltungen hat der Verein keine Einnahmen, um die Betriebskosten zu stemmen.

Langweilig wird es auch den Aktiven von der Mühltroffer Carnevalsgesellschaft Blau Weiß zur diesjährigen Faschingszeit nicht. "Wir versuchen, über die sozialen Medien für die Fans sichtbar zu bleiben", sagt Thomas Ehrhardt, der Vereinsvorsitzende. Auf den Facebook-Seiten der Faschingsgesellschaft, der Garde oder auch der Bewegungstalente sowie ebenfalls bei der Challenge "Fastnachtskarussell". Damit tauschen sich die Karnevalsvereine aus, bleiben im Kontakt.

 

 

In Mühltroff gibt es noch eine Besonderheit: "Bei uns sind ganze viele Vereinsmitglieder auch im Förderverein Bürgerhaus Mühltroff", sagt Thomas Ehrhardt. Dieser Verein hatte sich gegründet, um das in die Jahre gekommene Schützenhaus, heute auch Bürgerhaus genannt, vor dem Verfall zu retten. Klar liegt den Faschingsfreunden viel daran, dass das Gebäude saniert wird, denn im Schützenhaus feiern die Mühltroffer Faschingsnarren alljährlich ihre Galas, den Vereinsfasching und den Kinderfasching. Und so sind viele Mitglieder der Carnevalsgesellschaft Blau Weiß öfters bei ehrenamtlichen Arbeiten im traditionsreichen Haus anzutreffen. "Wir nutzen die Zeit, den anderen Helfern bei den Arbeiten mit unter die Arme zu greifen", berichtet Ehrhardt. Als nächstes sei geplant, die Bar neu zu errichten. Geplant wird aber auch schon für das nächste Faschingsjahr, in welchem - so hoffen alle - gefeiert werden kann. "Wir haben nächstes Jahr unser 50-jähriges Jubiläum", verrät der Vereinsvorsitzende. Und da soll natürlich zusammen mit allen Faschingsfans eine besonders tolle Party gefeiert werden. Klingen wird es da auf jeden Fall: "Wisenta Ahoi!"

Der Faschingsverein Pausa feiert jedes Jahr unter dem Motto "In Pause is schee, olé!". Und was ist dieses Jahr? "Gar nichts ist los", sagt Faschingspräsident Frank Olzscha. "Das hatten wir schon lange vorher im Vorstand entschieden, dass die diesjährige Saison ausfällt." Das traf auch auf den 11.11. zu. "Schade, aber es muss auch der Situation angemessen sein. Es passt nicht, dass wir feiern würden." Was damit auch ausfällt, ist die Spendensammlung der Pausaer für das Bürgerhaus Alte Turnhalle. Im Veranstaltungshaus muss das neue Brandschutzkonzept, welches eine Auflage zum Bestand und weiteren Nutzung des Gebäudes ist, realisiert werden. Das soll mittels Fördermittel und Spenden erreicht werden, da die Kommune dafür kein Geld zur Verfügung stellen kann. "Voriges Jahr hatten wir zu unseren Veranstaltungen im Bürgerhaus 5000 Euro gesammelt", sagt Frank Olzscha. Um die gleiche Zeit wie jetzt feierten die Pausaer Karnevalisten ihr 35-jähriges Jubiläum mit dem Motto "Der FCP macht großes Kino - zum 35. geht's ins Casino". "Es ist schade, aber ich denke, nächstes Jahr feiern wir wieder", sagt der Pausaer Faschingspräsident.

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