Feuerwehr: Keine Gefahr für Brand bei Plastik-Firma

Behörden uneins über Verantwortung für ein mögliches Betriebsverbot

Plauen.

Akute Gefahr, dass auf dem mit Kunststoffmüll beladenen Gelände des Plauener Unternehmens SRH Kunststoffe im früheren Plamag-Areal Brände ausbrechen könnten, besteht nicht. Zu diesem Schluss kommt man im Rathaus, nachdem vor Kurzem die aktuellen Zustände überprüft wurden. Das teilte Kerstin Wolf, Fachgebietsleiterin Bau und Umwelt, auf "Freie Presse"-Anfrage mit.

Anwohner hatten zuvor in einem "Freie Presse"-Artikel ihrer Angst vor einem übergreifenden Feuer Luft gemacht. Die Firma ist bei ihnen umstritten: Anlieger klagen seit Monaten über nächtlichen Lärm, Verwehungen von Kunststoffteilchen bis auf ihre Grundstücke und Umweltverschmutzung durch herumfliegende Plastikstücke. Auch ein Spaziergänger monierte, dass auf dem Betriebsgelände unter freiem Himmel ungeschütztes Plastikgranulat lagert.

Nach Kerstin Wolfs Angaben führten die Begehung Mitarbeiter des Fachgebiets Bauordnung, Bereich vorbeugender Brandschutz, sowie die städtische Berufsfeuerwehr durch. Zu beanstanden hatten sie in Sachen Brandschutz nichts. "Maßnahmen zur Durchführung wirksamer Löscharbeiten sind möglich", stellte sie zudem fest. Bereits im vorigen Sommer hätte das Rathaus eine Überprüfung an den Standorten Pausaer und J.-C.-Dietrich-Straße durchgeführt. "Dabei wurden bei einem Objekt bezüglich Lagerung Zustände festgestellt, die aus Sicht der Stadt Plauen nicht genehmigt waren", erklärte Wolf. Deshalb habe man im zuständigen Landratsamt um Abhilfe gebeten.

Auf die Frage, ob die Stadtverwaltung der SRH Kunststoffe aufgrund von Umweltverschmutzung und Krach den Betrieb untersagen kann, verwies Wolf erneut aufs Landratsamt: "Bei der Firma SRH Kunststoffe handelt es sich um eine genehmigungsbedürftige Anlage nach Bundesimmissionsschutzgesetz. Genehmigungsbehörde ist der Vogtlandkreis." Zuvor hatte Kreis-Umweltamtsleiter Tobias Pohl erklärt, dass die Stadt dafür zuständig sei, der Firma gegebenenfalls unter Berufung auf die Gewerbeordnung einen Riegel vorzuschieben. Pohl: "Die Untere Immissionsschutzbehörde kann keine Ausübung eines Gewerbes verbieten."

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