Finnen kehren mit Honig zurück

Der Europäische Bauernmarkt bringt in diesem Jahr in Plauen Menschen aus 15 Nationen zusammen. Unter den Ausstellern sind ein Neuling und ein Rückkehrer.

Plauen.

Die weiteste Anreise zum Europäischen Bauernmarkt in Plauen haben in diesem Jahr die Portugiesen. 2600 Kilometer müssen sie zurücklegen, um ins Vogtland zu kommen. Es ist ihre erste Teilnahme an den traditionellen Markttagen, die vom 8. bis 16. März zum 24. Mal stattfinden. Eingerührt hat den Besuch Landrat Rolf Keil (CDU), der zur Grünen Woche im Januar in Berlin den Kontakt knüpfte und die Direktvermarkter, die Olivenöl und Wein mitbringen, einlud.

Nach einigen Jahren Pause sind in diesem Jahr auch wieder finnische Direktvermarkter mit dabei, unter anderem mit Honig. Auch sie nehmen rund 2500 Kilometer unter die Räder, um ins Vogtland zu kommen. In diesem Jahr sind insgesamt 15 Nationen und 74 Anbieter auf dem Markt vertreten. Er findet traditionell im Möbelhaus Biller statt. Das Unternehmen ist von Anfang an wichtigster Sponsor der Veranstaltung, die jedes Jahr zwischen 30.000 und 35.000 Besucher anlockt.

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Alle Standplätze der Veranstaltungshalle sind belegt. Darüber hinaus müssen auch im Eingangsbereich des Möbelhauses, vis-à-vis zur Veranstaltungshalle, einige Direktvermarkter platziert werden. "Mehr geht nicht", fasste denn auch Michael Bretschneider, der Vorsitzende des organisierenden Vereins Vogtländischer Bauermarkt, am gestrigen Donnerstag in einem Pressegespräch die Bemühungen des Organisationsteams in den vergangenen Wochen zusammen.

Jeder Anbieter bringt landestypische Erzeugnisse aus eigener Produktion mit. Das Sortiment ist so bunt wie die Fahnen, die draußen vor dem Möbelhaus aufgezogen werden: Wurst, Fleisch, Käse, Obst, Gemüse, Saft, Wein, Spirituosen, Honig, Süßigkeiten, Backwaren, Pflanzen, Kosmetik oder Kunsthandhandwerk. Einige Gäste nutzen die Gelegenheit auch, um für ihre Region als Urlaubsziel zu werben.

Partnerregion ist dieses Jahr das italienische Südtirol. 50 Mann stark kommen die Gäste mit Musikkapelle, Trachtengruppe und Kulturprogramm ins Vogtland, um das Eröffnungsprogramm am Freitag kommender Woche ab 15 Uhr in der Plauener Innenstadt zu gestalten. "So viele Leute hat noch keine Region für die Auftaktveranstaltung geschickt", freut sich Bretschneider.

Zahlreiche Wettbewerbe mit unterschiedlichen Sponsoren begleiten den Markt. Eine Jury prämiert Produkte. Das Publikum kann über den schönsten Stand mitentscheiden. "Kleine Grüne Woche" nennen die Organisatoren gern den Europäischen Bauernmarkt, den einst Armin Döhler als damaliger Leiter des Plauener Landwirtschaftsamtes mit aus der Taufe hob. Er gehört noch immer zum Organisationsteam und ist Ehrenmitglied im Verein Vogtländischer Bauernmarkt.

Für Döhler ist der Markt vor allem eine wichtige Mission: "Nur sieben Prozent der Europäer kaufen beim Erzeuger. Der Rest geht in Supermärkte und Discounter", sagte er. Südtirol sei ein gelungenes Beispiel, wie Politik die Entwicklung einer Region lenken könne. Großflächigen Einzelhandel habe die Politik dort nur wenig zugelassen, dafür die kleinen Erzeuger gefördert. "Das ist kluge Politik im ländlichen Raum, die letztlich die Abwanderung verhindern konnte. Die Bevölkerungszahlen in dieser Region wachsen", betont Armin Döhler.

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