"Ich freue mich auf mein Kind"

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas über ihre baldige Rolle als Mutter und Familienmodelle

Für Yvonne Magwas sind Kind und Karriere bald nicht mehr nur politisches, sondern privates Programm. Wie seit Dezember bekannt ist, erwartet die 39-jährige Auerbacherin ihr erstes Kind. Im zeitigen Frühjahr sei es soweit, sagt sie. Wie sie sich organisieren will, welche Rolle der Hohenstein-Ernstthaler Marco Wanderwitz (43) als Vater spielt und wie die Vogtländer auf die Nachricht reagiert haben, erklärt sie im Gespräch mit Susanne Kiwitter.

Freie Presse: Frau Magwas, als Vorsitzende der Frauengruppe in der CDU/CSU-Fraktion beschäftigen sie sich permanent mit dem Thema Chancengleichheit für Frauen in Gesellschaft und Beruf. Demnächst werden Sie selbst den Spagat zwischen Kind und politischer Karriere erleben - wie packen Sie es an?


Yvonne Magwas: Zuerst einmal freue ich mich auf mein Kind. Der Wunsch Mutter zu werden, stand für mich nie außer Frage. Die Schwangerschaft verlief bisher unkompliziert und ich konnte meiner Arbeit uneingeschränkt nachgehen. Für die Zeit nach der Geburt bin ich zuversichtlich: Ich bin organisatorisch gut aufgestellt, kann auf familiäre Unterstützung und die meines Lebensgefährten zählen. Und ich habe auch kein Problem damit, mit der Kinderkutsche ins Büro zu fahren.

Ihr Lebensgefährte, der CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Marco Wanderwitz (43), hat bereits drei Kinder und ist noch verheiratet. Sie sind katholisch - wie haben die Vogtländer reagiert?

Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen, auch aus Kirchenkreisen kamen keine negativen Äußerungen. Wir sind bereits eine Zeit zusammen und die Trennung liegt deutlich länger zurück. Marco ist für seine Kinder da. Ich sehe da kein Problem.

Mit dieser Lebensrealität stehen Sie nicht gerade für den konservativen Flügel in der CDU ...

Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit - ein Spruch von Volker Kauder, unserem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden. Wir leben im 21. Jahrhundert. Es hält nun einmal nicht jede Ehe.

Wie planen Sie die nächsten Monate, wie viel Auszeit gönnen Sie sich?

Als Bundestagsabgeordnete stehen mir die gesetzlichen Mutterschutzfristen zu. Das heißt: sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Geburt. Elternzeit gibt es analog zu Selbstständigen nicht.

Verraten Sie, wann das Baby konkret kommt?

(lacht) Wie bereits bekannt: im Frühjahr. Sie wissen ja, wann Frühlingsanfang ist.

Demnach werden Sie ungefähr im Sommer wieder in die politische Arbeit starten. Nebst den zwei Sitzungswochen pro Monat in Berlin bedeutet das Präsenz in Ihrem Wahlkreis. Wie ist die Stimmung unter den Vogtländern nach einem Jahr, in dem CDU und CSU an der Flüchtlingsfrage fast zerbrochen sind?

Der Streit letzten Sommer hat sehr geschadet. Dabei haben wir auf parlamentarischer Ebene gut gearbeitet. Das erkläre ich den Leuten anhand einer Liste: Kitagesetz, Familiengesetz, Baukindergeld, Städtebauförderung, dabei allein 50 Millionen für Plauen, Geld für die innere Sicherheit, für die Forschung, für den digitalen Ausbau.

Wie überzeugend ist das?

Da gibt es welche, die sagen, dass sie das nicht wussten. Andere sind skeptisch. Die Mehrheit aber lässt sich mit Argumenten überzeugen.

... und das Thema Flüchtlinge?

... ist kaum noch präsent, allenfalls bei Arbeitgebern, die im Moment an dem noch fehlenden Fachkräfteeinwanderungsgesetz scheitern, wenn beispielsweise ein neu gewonnener Mitarbeiter abgeschoben werden soll. Das Thema Integration ist wichtig, daran arbeiten wir intensiv.

Sachsen steht vor einem Schicksalswahljahr, vor allem wegen des Flüchtlingsthemas und der davon profitierenden AfD. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Ich habe keine Glaskugel. Ich denke, dass es wichtig ist, gut zu arbeiten, Verlässlichkeit zu zeigen. Und die Leute bekommen schon mit, wie offen der neue Ministerpräsident Michael Kretschmer ist. Beispielsweise beim Bürgerstammtisch in Klingenthal - das kommt gut an. Aus frauenpolitischer Sicht freut mich übrigens sehr, dass die CDU Sachsen für die Landtagswahl erstmals mit einer Frauenquote auf ihrer Liste antritt - in dem die ersten 20 Plätze paritätisch verteilt sind.

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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    Einspruch
    13.01.2019

    Als Bundestagsabgeordnete kann sie sicher auch ohne Nachteile Familienmodelle nutzen, die dem gemeinen Volk verwehrt werden.

  • 1
    3
    Interessierte
    13.01.2019

    Sie hat es doch geschafft neben dem Kind , sie hat eine eigenes Büro , also wird es doch reichen für den Job ...

  • 6
    3
    Zeitungss
    12.01.2019

    @Interessierte: Eine sehr große Freude für mich wäre, dass unsere Volksvertreter ihr Mandat mit messbarer Leistung unterlegen und nicht ob sie mit Nachwuchs den Anschluss verpassen.

  • 1
    6
    Interessierte
    12.01.2019

    Da hat diese Katholikin doch ihre Chancengleichheit auch im ( normalen ) Leben gefunden ; ich kenne auch Katholiken , bei denen ist das ebenso ...

    @Blackadder , da tun Sie aber vielen Parteien Unrecht .....
    @Zeitungss , Sie müssen aber auch beachten , mit 39 wird es langsam Zeit und das ist doch immerhin eine sehr große Freude …

    Zitat : Wir leben im 21. Jahrhundert. Es hält nun einmal nicht jede Ehe.
    ( das ist sehr schade , dass Ehen mit Kindern manchmal kaputt gehen

  • 8
    1
    Zeitungss
    12.01.2019

    Wir haben also doch eine CDU-Vertreterin in Berlin. Interessant dabei ist für mich und viele andere Vogtländer nicht, ob die gute Frau schwanger ist und auch noch von wem, sondern was sie bisher seit ihrer Wahl geleistet hat. Es war noch nichts Brauchbares zu hören, was auf ihre Initiativen zurückzuführen wäre. Erklärungen was allgemein im Bundestag beschlossen wurde, helfen dabei auch nicht weiter. Es gibt den Begriff Hinterbänkler, dort macht man bekanntlich nichts falsch und eckt auch nirgends an, was beim Vorgänger auch schon so war, der besorgte nur die Weihnachtsbäume aus dem Vogtland.
    Ich glaube, Sachsen und speziell das Vogtland haben genug Probleme in vielen Bereichen, da ist bekanntlich Funkstille, wie bei Volksvertretern allgemein üblich. Um über persönliche Leistungen zu berichten, wäre der FP-Beitrag nicht aufgefallen.

  • 7
    7
    Blackadder
    12.01.2019

    @ths1: Auf das Thema Flüchtlinge konzentriert sich nur derjenige, der für die großen Probleme dieses Landes keine Lösungen hat: Pflege, Rente, Klimawandel, Bildung, Verkehrsinfrastruktur, digitaler Wandel, bezahlbarer Wohnraum, Kinderbetreuung, Infrastruktur ländlicher Raum usw.

  • 7
    4
    ths1
    12.01.2019

    Dass das Thema Flüchtlinge allenfalls noch bei Arbeitgebern präsent sein soll ist das Wunschdenken vieler CDU-Funktionäre. Und es zeigt, wie weit sich die Partei inzwischen von der Realität und damit von den Bürgern entfernt hat. Eigentlich schade. Die Aussage von Magwas verdeutlicht zudem, dass sie eine gute Parteisoldatin ist - mehr aber auch nicht.



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