Mehr Züge für das Vogtland

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist mit den jetzigen Plänen der Bahn für den Fernverkehr, die das Vogtland außen vor lassen, unzufrieden.

Plauen/Neumark.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich für eine bessere Anbindung des Vogtlands an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn einsetzen. Dies kündigte er am Dienstag bei einem Besuch in Neumark an. "Wir müssen bei der Bahn auf den Füßen stehen", sagte Kretschmer. "Wir sind mit dem jetzigen Stand für die Einführung des Deutschlandtakts nicht zufrieden. Das Vogtland braucht einen besseren Fernbahn-Anschluss."

Der Deutschlandtakt ist ein Fahrplanmodell, mit dem Züge deutschlandweit bis 2030 besser aufeinander abgestimmt werden sollen. Erste Planungen hatten eine deutlich bessere Anbindung des Vogtlands als bisher vorgesehen. So sollten unter anderem Züge direkt bis Berlin, ja sogar bis sogar Rügen durchfahren. Mitte Juni wurde plötzlich bekannt, dass man sich von diesen Plänen vorerst verabschiedet hat. Auch nach Dresden und Leipzig sind keine Fernverkehrszüge mehr vorgesehen. Dagegen wehren sich Oberbürgermeister, Landräte sowie Bundes- und Landtagsabgeordnete sowohl aus dem Vogtland wie auch aus Nordbayern. Denn auch dort wäre man von der schlechteren Bahnanbindung betroffen. Kretschmer will dieses Engagement auch zu seinem "persönlichen Anliegen" machen, wie er in Neumark am Dienstag sagte.

"Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", ist der sächsische Ministerpräsident überzeugt. Er will sich in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) beim Bundesverkehrsministerium für eine bessere Anbindung des Vogtlands an das Fernverkehrsnetz einsetzen. Dulig ist mit im Boot, da in sein Ressort die Verkehrspolitik im Freistaat fällt.

Wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Fernbahnanbindung der Region plötzlich aus dem Deutschlandtakt gefallen ist, dafür hat Michael Kretschmer keine Erklärung. Versäumnisse der Landespolitik sieht er in diesem Zusammenhang jedoch nicht. Kretschmer: "Manchmal erreicht man sein Ziel nun einmal nicht im ersten Durchgang."

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