Ministerium räumt ein: Schreiben an Covid-19-Kranke befremdlich

"Sie werden (...) unterworfen": Formulierungen im Grenzbereich irritieren Betroffene. Das Gesundheitsamt verteidigt den Ton.

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1818 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    harzruessler1911
    28.12.2020

    https://www.freiepresse.de/vogtland/plauen/covid-19-wer-die-behoerden-briefe-im-landkreis-scharf-macht-artikel11252878

    Schade habe die Fortsetzung erst heute entdeckt. Auch wenn sich die Behörden nur widerstrebend dazu äußerten.
    Wäre es nicht eine Überlegung wert, dass Interessierte (welchen sich den Vorartikel gemerkt haben oder kommentierten..) eine Benachrichtigung über eine Fortsetzung zum Urartikel erhalten, oder/und bei Updates?

  • 7
    2
    saxon1965
    08.12.2020

    Regeln müssen klar formuliert werden und die Konsequenzen mitgeteilt werden. Aber da geht es schon mal mit der Reihenfolge dessen los und endet im Bewusstsein, dass Beamte Staatsdiener sind und der Staat ist das Volk. Kann man so in der "freien Wirtschaft" mit seinen Kunden kommunizieren, selbst in einem Mahnschreiben? Dass das Verhältnis Bürger und Beamter da doch ein ganz anderes ist, wird wohl leider schon der Eine oder Andere festgestellt haben.

  • 9
    0
    Narnia
    08.12.2020

    Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit von rigiden Maßnahmen zur Infektionsabwehr.... eine klare Linie und zeitnahe Maßnahmen müssen endlich her.
    Mein Quarantänebescheid als Kontaktperson kam heute, mit Datum vom 5.12. Angeordnete Quarantäne vom 25.11. - 3.12. ...Ich könnte drüber lachen, wenn das nicht so dramatisch, hilflos, verzweifelt wäre. Habe schwer erkrankte Angehörige.

  • 15
    3
    ChWtr
    08.12.2020

    Es ist falsch, Covid-19 Erkrankte und Kontaktpersonen im erwähnten Beamtendeutsch zu stigmatisieren und zusätzlich noch zu verunsichern. Das fördert nur den Frust und die (weitere) Abneigung zur "Obrigkeit". Muss nicht sein! Und um "bitte - bitte" machen geht es nicht. Wie immer - es geht um den Umgangston einer Behörde - einer staatl. Institution. Es ist nicht zu viel verlangt, auf Betroffene in einem ordentlich formulierten Schreiben zu zugehen.

    Dazu könnte ja vielleicht @tbaukhage was berichten.

  • 16
    2
    Westiefan
    08.12.2020

    Sind wir schon wieder so weit? Jeder der Corona bekommt ist selbst schuld und hat sich nicht an die Regeln gehalten? Ja woher weiß kgruenler denn das? Vielleicht war der Infizierte ja auch ein Verkäufer im Lebensmittelladen und ist dort angesteckt worden? Wir sollten uns wohl vor Stigmatisierungen hüten, zu schnell können auch Mitmenschen, die sich an sämtliche Regeln gehalten haben angesteckt werden.

  • 17
    1
    FPadler
    08.12.2020

    @kgruenler
    Ich empfinde Ihre Aussage "dass derjenige sich im Vorfeld bereits nicht an Regeln gehalten hat" als ziemliche Frechheit. Auch Leute, die sich im Alltag an die geltenden Hygienemaßnahmen halten, können an anderen Stellen mit dem Virus in Kontakt kommen. Ich denke da spontan an Schüler und Kindergartenkinder sowie deren Eltern, Lehrer und Erzieher.

    Aber zum Grundproblem: Ein Verwaltungsakt in Deutschland muss halt klar und eindeutig formuliert sein.

  • 18
    4
    864169
    08.12.2020

    Also ist Herr Spahn auch ein Nichteinhalter seiner eigenen Regeln?

  • 2
    35
    kgruenler
    08.12.2020

    Wenn jemand so ein Schreiben erhält, ist das doch die Folge dessen, dass derjenige sich im Vorfeld bereits nicht an Regeln gehalten hat, hier im speziellen die Hygiene- und Abstandsregeln, und sich so infiziert hat, denn sonst würde die betreffende Person ja wohl kaum unter Quarantäne gestellt werden.
    Und wer sich von selber schon nicht an die AHA-Regeln halten kann, dem muss halt von amtlicher Seite geholfen werden und zwar mit Nachdruck. Diese Schreiben vom Vogtlandkreis sind zwar deutlich formuliert, aber es geht sicher noch heftiger.
    Das Zitat aus dem Artikel: "Du wirst behandelt, als hättest du etwas Verbotenes angestellt." ist für mich jedoch ein starkes Stück. Natürlich wird man dann so behandelt, weil man sich ja im Vorfeld schon nicht an geltende Regeln gehalten hat.
    Echt unglaublich, mit welcher Naivität hier die Betroffenen unterwegs sind, ich hoffe nur, dass das nicht auch ansteckend ist!

  • 1
    0
    Josie1211
    07.12.2020

    Leider zeigt die angewandte Ausdrucksweise einmal mehr das schwindende Demokratieverständnis unserer Ämter und der Politik insgesamt. Die Bürger "verkommen" zum Risikoobjekt und werden nicht mehr als Menschen mit Rechten oder gar Gefühlen gesehen. Gerade im Moment werden einfach ALLE unter Generalverdacht gestellt und dementsprechend wie, ich will nicht sagen Straftäter, aber zumindest Gesetzesbrecher behandelt.
    Man vergisst dabei gänzlich, dass die hier Betroffenen selbst die Leidtragenden sind und sich ganz sicher nicht absichtlich angesteckt haben und sehr wahrscheinlich auch nicht durch grobe Unvernunft dazu beigetragen haben. Auch wenn es politisch und medial immer wieder unter den Tisch gekehrt wird, aber auf Arbeitsplätzen kann man sich ebenfalls anstecken!
    Dann noch "unterworfen" zu werden, ist an Verachtung und Empathielosigkeit kaum mehr zu überbieten.
    Und JA, ein solches Schreiben mit mehr Achtung gegenüber dem Angeschriebenen zu verfassen, ist durchaus möglich!

  • 22
    29
    KalorienTierchen
    07.12.2020

    Was ist denn daran so schwer zu verstehen!? Bei dem Schreiben handelt es sich um einen Verwaltungsakt, der muss vollkommen eindeutig und klar verständlich sein.

    Wer einen literarisch ansprechenden Text braucht, soll sich ein schönes Buch kaufen...

  • 12
    9
    Windhose
    07.12.2020

    Behördendeutsch-was sonst.

  • 30
    2
    harzruessler1911
    07.12.2020

    Nun ja , mit Wattebällchen muss man nicht werfen keine Frage. Aber man kann auch konkrete Ansagen machen ,ohne das Gefühl zu vermitteln, die Menschen stehen kurz vor der Verhaftung , weil sie das Verbrechen begannen haben an Corona erkrankt zu sein oder mit einer Person welche daran erkrankt ist in Kontakt zu kommen sein.
    Ich habe ja dazu den direkten Vergleich, da wir im September hier in Bayern betroffen waren.
    Da war auch einiges unverständlich, was die Quarantänemaßnahmen anbelangte, hatte ich aber schon mal alles geschrieben.
    Aber der Ton war hier schon ein anderer. Die Quarantänemaßnahme wurde deutlich mitgeteilt. Dazu gab es als Anhang ein Infoblatt für 1. Kontaktpersonen und das aktuelle bayrische Ministerialblatt zum Vollzug des Infektionsschutzgesetz hing an.
    Mir "gefiel" ja besonders "häusliche Absonderung" - irgendwie musste ich an Lepra und Siechhäuser denken.

  • 31
    15
    VA452237
    07.12.2020

    Wenn dieses Schreiben und die darin enthaltene Anordnung den Beginn der häuslichen Isolation anweisen, halte ich die Ausdrucksart und Androhung von Zwangsgeld bei Nicheinhaltung absolut für gerechtfertigt. Ich habe persönlich dieses Schreiben am 02.12.2020 zugestellt bekommen mit Datum im Schreiben vom 27.11.2020. Darin wird für ein bereits vergangenes Zeitfenster vom 23.11.2020 bis 27.11.2020 die "häusliche Absonderung " angeordnet und mit Zwangsgeld gedroht. Weiterhin wurde ich aufgefordert, ein Tagebuch für diesen bereits vergangenen Zeitraum zu führen und abzuliefern. Personalmangel und nicht zeitgemäße Ausstattung rechtfertigen in keiner Weise diesen Umgang mit den Bürgern. So ernst die Lage auch ist, eine solche Vorgehensweise wirkt sich desaströs auf die Akzeptanz der aktuellen und auch der noch zu erwartenden Maßnahmen aus.

  • 35
    35
    20Online20
    07.12.2020

    .. Das der normale höfliche Satzaufbau nicht weiter hilft, sehen wir ja an den Zahlen.Deshalb haette ich mit der Formulierung kein Problem damit ALLE in Deutschland/Sachsen den Sinn und Ernst begreifen..

  • 56
    34
    MuellerF
    07.12.2020

    Ich wäre gespannt, wie die Leute, die sich über "den Ton" des Schreibens beschweren, ein Solches selbst im Wortlaut verfassen würden, um den angestrebten Zweck zu erreichen.

  • 64
    35
    1907859
    07.12.2020

    Das Schreiben muss immherin vom Akademiker bis hin zum 16. jährigen, oder aich darunter - dann aber wieder der Erziehungsberechtigte, verstehen.

    Das kann man nur in klaren und drastischen Worten sicherstellen. Das Bitte, Bitte nicht funktioniert sehen wir ja jeden Tag selber.

    Ich hab nun schon mehrere solcher Schreiben hier rumliegen und kann über die Reaktionen im Artikel nur lächeln. Wer soch dran hält miss nichts befürchten und wer sich nicht dran hält bekommt vorab harsch und klar mitgeteilt wie es dann weitergehen wird mit ihm. So what?

  • 107
    47
    Pixelghost
    07.12.2020

    „Bitte, Bitte“ hilft ja offensichtlich nicht.

  • 125
    44
    Conny
    07.12.2020

    Das ein behördliches Schreiben in Amtsdeutsch verfasst ist und eine rechtlich verbindliche Anordnung nicht mit "bitte, bitte" daherkommt, ist jetzt aber nicht ernsthaft ein Grund zum Jammern, oder?
    An anderer Stelle wird beklagt, dass Informationen zu ungenau oder nicht deutlich genug von den Ämtern vermittelt werden.
    Wie man es macht, ist es verkehrt.