Nach Halle: Solidarität und Härte

Politiker-Reaktionen im Vogtland auf die Bluttat

Plauen.

Eine Extra-Überwachung des jüdischen Friedhofes in Plauen ist auch angesichts der Vorfälle vom Mittwoch in Sachsen-Anhalt nicht geplant. Das sagte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) am Rande eines Pressegespräches. Die jüdische Ruhestätte im Plauener Norden, eine Außenstelle des Vogtlandmuseums, ist auch nicht ständig geöffnet. Durch die schlimme Tat eines Einzelnen dürfe man sich "nicht derart elektrisieren lassen", so Oberdorfer.

Unterdessen äußerten sich vogtländische Politiker betroffen nach den Morden von Halle. Die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas (CDU) sagte: "Mein abendliches Gebet gehört den Opfern und ihren Angehörigen." Freiheit heißt Verantwortung, zitierte sie Ex-Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Plauen-Besuch. Gauck hatte betont, es sei Deutschlands Verantwortung, dass Juden hier friedlich und ohne Angst leben können.

Auch die SPD Vogtland solidarisiert sich mit den Opfern der Bluttat und wünscht den Hinterbliebenen viel Kraft, das Leid zu überwinden. "Geistige Brandstifter tragen Verantwortung für diese Taten", erklärt die SPD. "Unsere Antwort heißt Solidarität, Nächstenliebe und klare Kante gegen Menschenfeindlichkeit im Vogtland, in Sachsen und weltweit." Die Sozialdemokraten verweisen auf den Talmud, die jüdische Schrift: "Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Taten."

Der Elsterberger Bürgermeister und Ex-Polizist Sandro Bauroth (FDP) meint: "Manche Schlaumeier werden nach mehr Polizei und Überwachung rufen. Aber das verhindert solche Taten nicht, zumindest die von eher unauffälligen Einzeltätern." Er fordert eine schnelle, harte Bestrafung des Täters. (sasch/ur)

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