Neuer Kirchenbezirk umfasst 55.000 Gläubige

Anfang des Jahres sind die Kirchenbezirke Plauen und Auerbach fusioniert. Am Sonntag wurde das mit einem Festgottesdienst gefeiert. Für Gesprächsstoff sorgte aber ein ganz anderes Thema.

Plauen/Auerbach.

Aus Anlass der Fusion der Kirchenbezirke Plauen und Auerbach zum Kirchenbezirk Vogtland zum 1. Januar ist am Sonntag in der Plauener Johanniskirche ein Festgottesdienst gefeiert worden. Eingeladen dazu waren alle Kirchgemeinden des neuen Bezirks. Im vollen Gotteshaus verglich Superintendentin Ulrike Weyer in ihrer Predigt die Fusion mit einer Eheschließung, die keine überstürzte Liebesheirat sei, sondern eine Vernunftehe, in der Liebe und gegenseitiges Verständnis wächst.

55.000 Gemeindeglieder hat der neue Kirchenbezirk. 41 Pfarrer betreuen die Gemeinden. Dazu kommen drei Sonderpfarrstellen. Stellvertretender Superintendent ist Pfarrer Eckehart Graubner aus Falkenstein. Veränderungen ergeben sich auch im kirchenmusikalischen Bereich. Dort hat Kirchenmusikdirektor Ronald Gruschwitz die Leitung, Kantor Ulrich Meier aus Auerbach ist sein Stellvertreter. Auerbach wird kirchenmusikalisches Zentrum des Kirchenbezirkes. Dessen Gebiet ist fast deckungsgleich mit dem Vogtlandkreis, im Westen gehören noch einige Gemeinden aus Thüringen dazu.

Oberlandeskirchenrat Burkhart Pilz vom Landeskirchenamt in Dresden brachte die gemischten Gefühle zur Fusion zum Ausdruck. Es sei ein nachdenkliches Gratulieren, aber kein Kondolieren. Der Grund für die Fusion liegt in Veränderungen der Struktur der Landeskirche als Reaktion auf sinkende Mitgliederzahlen. Bestand die Landeskirche 1997 noch aus 33 Kirchenbezirken, sind es nun noch 16. Die Gemeindepädagogen machten die Fusion anschaulich, indem sie sich und den Anwesenden farbige Bälle zuspielten und diese im Altarraum mit der Beschriftung "vereint" präsentierten. Sieben Bälle standen für die sieben Regionen, aus denen der Kirchenbezirk künftig bestehen soll. Michael Zimmer von der Kirchgemeinde Kottengrün zur Fusion: "Es ist eine Herausforderung, aber wir werden den neuen Rahmen mit Leben erfüllen." Yvonne Gruber aus Plauen sagte, dass im Vogtland bereits vieles gemeinsam gehe: "Da tut der Schritt nicht so weh." Schwieriger sei es, wenn Stellen nicht mehr besetzt werden: "Die Arbeit bleibt und muss von weniger Leuten gemacht werden."

Die Nachricht, dass Superintendentin Ulrike Weyer zur Bischofswahl kandidiert, gab dem Festgottesdienst ungeplant ein weiteres Thema. Otto Guse, Präsident der Landessynode, erklärte den Ablauf einer Bischofswahl, für die man sich nicht bewerben kann, sondern empfohlen wird. Vor der Bekanntgabe der Kandidaten am vorigen Freitag, habe es in allen Kirchenbezirken Sachsens Beratungen gegeben. Daraus resultierende Vorschläge gingen an die Kirchenleitung. Ulrike Weyer sei der am meisten genannte Name gewesen. Mit ihr kandidiert Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz aus dem Landeskirchenamt. Die Synode hat die Möglichkeit, weitere Vorschläge einzubringen. Die Wahl findet Ende Februar statt. Superintendentin Weyer betonte, dass sie eigentlich nichts aus dem Vogtland wegziehe.


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