Neuer Vorstoß für die Bahnhofstraße

Die steile Meile ist und bleibt ein Sorgenkind der Stadt. Der Leerstand ist hoch. Welche Ideen haben die Händler zur Belebung?

Plauen.

"Schimpfen allein hilft nicht. Wir brauchen eure Ideen." Mit diesen Worten machte Bernd Stubenrauch am Freitagabend im Alten Handelshaus den Bahnhofstraßen-Händlern Mut, sich einzubringen. Dabei ging es zur Überraschung des SPD-Stadtrats nicht nur um die Änderung der Verkehrssituation auf der steilen Meile, der einstigen Hauptschlagader der City.

Dennoch spielte das Thema Befahrbarkeit und Kurzzeitparken für einige der Gewerbetreibenden eine immense Rolle. Für Holger Korschelt zum Beispiel vom Sport-Geschäft Fair Play: "Kartons voller Fußbälle oder eine Skiausrüstung, das kann man nicht weit zu Fuß transportieren." Ein Halt für Autos vor seinem Laden müsse möglich sein, ohne einen 35-Euro-Strafzettel dafür einzustecken. "Irgendetwas muss geschehen", mahnte Korschelt. Die Bahnhofstraße solle wenigstens einseitig mit Schrittgeschwindigkeit befahrbar werden.


Thomas Buschner von All Optik im Wilke-Haus sprach sich zumindest für die Wiedereinführung der sogenannten Brötchentaste an der Gottschaldstraße aus. Die Regelung sei abgeschafft worden, weil die Plauener sie angeblich nicht genutzt hätten, doch Buschner habe in seinem Laden von Kunden anderes gehört. "Mein Vorschlag war schon immer, dass Autos die Bahnhofstraße von der Stresemann- zur Gottschaldstraße hin queren können", sagte Buschner.

"Da müssen Gaukler und Musiker her und mehr Cafés mit Freisitzen", so Werner Klar von Vario-Maß-Matratzen in den Kolonnaden. Er kenne das aus München. Nur Autoverkehr belebe die Straße nicht. Als Transportmöglichkeit für Ältere schlug der Radfahrer vor, könne man selbstfahrende kleine Gepäckwagen einführen.

Insgesamt waren sich die anwesenden Händler und interessierte Bürger einig, dass die Bahnhofstraße verdichtet werden müsse. Als Beispiel, wo dies gut gelungen sei, wurde die Prager Straße in Dresden genannt. Dort herrsche urbanes Flair. Keiner würde sich dort an einer großen Werbefigur wie dem Forbriger-Hirsch stören, hieß es.

Stubenrauch will die Debatte indes mit Anwohnern und Hauseigentümern befeuern. Mit Architekt und Stadtplaner Ronny Neumann sei er in vieler Hinsicht einer Meinung. Neumann regte an: "Die Bahnhofstraße könnte testweise für ein halbes Jahr teilweise geöffnet werden."

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