Neues Projekt schafft Platz für Graffiti in Plauen

Illegale Schriftzüge und Symbole verunzieren unzählige Hauswände und andere Flächen in der Stadt. Doch bald soll es jede Menge erlaubter Flächen dafür geben.

Plauen.

Am Bauzaun nahe dem Weisbachschen Haus, wo früher das Pionierhaus gestanden hat, konnte man am Freitag das Ergebnis eines Graffiti-Workshops mit Jugendlichen sehen. Zehn Jungen und ein Mädchen zwischen zehn und 13 Jahren haben in den Herbstferien im Soziokulturellen Zentrum Malzhaus daran teilgenommen. Im Angebot des Workshops befanden sich neben dem Graffiti auch noch Kurse zum Rap und zum Breakdance. Die unter Anleitung entstandenen Darstellungen wurden an dem Bauzaun am Fußweg in Richtung Böhlerstraße angebracht - wegen der Nähe zum Malzhaus.

"Für den Workshop haben wir Werbung an den Schulen gemacht", berichtete Julia Blei, die Malzhaus-Galeristin. Es habe sich daraufhin eine Gruppe gemeldet, die sich regelmäßig auf der Skaterbahn am Elsterufer trifft. Die Dozenten für die Kurse kamen extra aus Halle und wurden mithilfe von Fördermitteln bezahlt. "Die Gelder stammen aus der Aktion Mensch", informierte Julia Blei. Die private Förderorganisation unterstützt soziale Förderprojekte für Menschen mit und ohne Behinderung. "Beim Breakdance haben wir uns eine Tanzchoreografie erarbeitet", blickte Max Rademacher aus Halle zurück. Er war einer der Kursleiter. Beim Rap sei es darum gegangen, Beats (Schläge) mithilfe eines Computers zu bauen und zu "lernen, wie man im Rhythmus bleibt", erklärte der Referent. Beim Graffiti schließlich konnten die Teilnehmer einzelne Elemente nach Anleitung auf den mit Folie bespannten Bauzaun bringen. Das Ergebnis wurde Eltern und Geschwistern der Jugendlichen am Freitag präsentiert.

Die Workshops gehören zu einem Programm des Kommunalen Präventionsrates, der etwas gegen die massenhaft vorkommenden wilden Graffiti in Plauen tun will. "Mit der Wohnungsbaugesellschaft, der Gebäude- und Anlagenverwaltung und den Stadtwerken Strom haben wir mittlerweile über 200 Flächen in Plauen ausgesucht", erklärte Frank Zabel das Vorhaben. Zabel vertritt den Präventionsrat. Auf den künftig mit einem QR-Code gekennzeichneten Mauern und Untergründen können sich Sprayer betätigen - wenn sie sich an die vorgegebenen Richtlinien halten, die ebenfalls über den Code zu erfahren sind.

Die Standorte der legalen Sprühwände können Interessenten demnächst auf der Internetseite der Stadt Plauen einsehen. Derzeit steht dort nur die Betonwand des Städtischen Bauhofes an der Bickelstraße. Für jeden Standort "werden die Geodaten und ein Foto benötigt", erklärt der Chef des Kommunalen Präventionsrates. Die Wand des Bauhofes stehe derzeit nur als Muster auf der Homepage, "um die Funktionalität zu prüfen".

Mit dem Fanprojekt, dem Jugendklub Oase, der Mobilen Jugendarbeit und dem Künstler André Wolf und anderen Akteuren plant Frank Zabel am Albertplatz ein nächstes Vorhaben. Auch dort sollen Flächen gestaltet werden, kündigte er an. Man wolle die Sprayer auf diese Art und Weise nach und nach erreichen.

www.plauen.de/graffiti

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    JBee0345
    03.11.2020

    Ich komme nicht umhin hier noch einen Kommentar zur Richtigstellung zu hinterlassen: Die Workshops waren kein städtisches Programm sondern sind allein Arbeit und Angebot des Malzhauses gewesen. Das ist im Text leider nicht korrekt dargestellt. Um für den Graffiti-Workshop legale Flächen zum Sprühen zu finden, kam es zum Kontakt mit Herrn Zabel, der uns legale freie Flächen anbieten konnte, die jeder nach Absprache mit ihm, besprühen darf. Dafür waren wir sehr dankbar und das führt Mich zu dem Punkt, der dem städtischen Präventionsrat sehr wichtig war, nämlich dass der, der sprühen möchte dies nicht illegal tun muss, wenn das Wissen um legale Flächen verbreitet wird. Das Angebot der Stadt und unser Bestreben den Kindern bei unseren Workshops die richtige Botschaft mitzugeben haben in dem Punkt eine schöne Synergie ergeben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Julia Blei, Galeristin