Plauener entdecken neue Perspektiven

Der Schlossberg zog zum Tag des offenen Denkmals viele Neugierige an. Interessierte wollten wissen, wie es an Plauens Prestige-Baustelle weiter geht. Neue Pläne ließen dort aufhorchen.

Plauen.

An "ihren" Schlossterrassen und dem Campus-Gelände hoch droben über der Stadt haben die Plauener nach wie vor ein scheinbar ungebrochenes Interesse. Am Tag des offenen Denkmals am gestrigen Sonntag, der unter dem Motto Moderne stand, bot sich wieder eine gute Gelegenheit zum Erkunden.

Auch Thomas Wodicka, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Freunde Plauens, nutzte den Tag, um sich mit neuem Videomaterial für seinen vom Dresdener Landesamt für Denkmalschutz genehmigten Film über die Entwicklungen am Schlossberg einzudecken. "Ich verfolge den Bau von Beginn an", berichtet der Plauener und zeigte sich erfreut über die rasanten Fortschritte.


Wodicka erfuhr, zusammen mit vielen weiteren Interessierten, wie es mit der Ruinenmauer des ehemaligen Schlosses der Plauener Vögte weitergehen soll. Diana Weber vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) erläuterte während ihrer gefragten Führungen den Stand. Dafür brauchte sie einen langen Atem, denn rund 20 Minuten lang dauerte der detailreiche Rundgang, den sie gleich zehn Mal wiederholte. "Wir haben von morgens bis mittags Hunderte von Leuten durchgeschleust", so Weber, die in der Zwickauer SIB-Zulassung tätig ist. Da es laut Weber ein Statikproblem gibt, die mittelalterlichen Mauern poröser seien als je angenommen, soll in den nächsten gut zwei Jahren ein völlig neues Gebäude hinter der Mauer hochgezogen werden. Wie das einmal aussehen könnte, zeigten jetzt Skizzen am Bauzaun. Das Mehrzweckgebäude soll künftig die wieder gesicherte Mauer überragen. Dass die ursprünglich geplanten sechs Millionen Euro nicht mehr reichen, scheint klar. Die Denkmalstag-Besucher zeigten sich sehr interessiert an der neuen Lösung. Im Frühjahr soll es laut SIB nun losgehen mit dem Ruinen-Anbau - viel später als geplant. "Aber es tut sich wenigstens etwas", so der Tenor der Besucher. Die Sanierungsarbeiten waren zwischenzeitlich eingestellt worden.

"Es ist wirklich beeindruckend, was hier alles entsteht", sagte Besucherin Angelika Szabo, die nach einer längeren Pause, die sie in Baden-Württemberg verbrachte, seit fünf Jahren wieder in Plauen lebt. Wenn sie durch die Stadt spaziere, entdecke sie so viel Neues. Sie können nicht verstehen, wenn ständig nur gemeckert werde, so die Plauen- Rückkehrerin. Welchen Verbesserungsvorschlag sie noch für das Schlossberg-Gelände habe? "Eine Gaststätte hier oben, das wär's." Die Idee sei bereits ab und zu an sie herangetragen worden, so SIB-Projektleiterin Weber, aber das sei ein schwieriges Thema, besonders was die Betreibung anbelange. Doch auch dazu seien nicht alle Gespräche geführt, hieß es.

In Plauen hatten am bundesweit durchgeführten Thementag zwölf Denkmale die Tore geöffnet, auch solche die sonst selten für die Öffentlichkeit zugänglich sind. So führte Gartenarchitekt Bernhard Weisbach zum Beispiel durch den gleichnamigen parkähnlichen Garten in der Elsteraue. Und im Baumpark Arboretum auf dem Friedhof II in Preißelpöhl gab es eine Ausstellung zum Thema, Führungen sowie einen Bauhaus-Vortrag.

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