Schüler holen Tag der offenen Tür ins Internet

Ehe auch das Lessing-Gymnasium schließen musste, drehten Schüler und Lehrer einen Film - mit Coronaabstand und echtem Drehbuch. Viel Zeit hatten sie nicht.

Plauen.

Der Samstag nach der ersten Schulwoche ist im neuen Jahr traditionell auch der Tag, an dem sich potenzielle Eltern und Schüler am Plauener Lessing-Gymnasium über dessen vielfältiges Angebot informieren können. Doch der Tag der offenen Tür, er war für den 9. Januar geplant, fällt heuer wegen des Lockdowns ins Wasser. Zumindest die herkömmliche Variante.

Die beiden Informatiklehrer Mirko Pabst und Tom Quaas hatten deshalb die Idee einer virtuellen Schulbesichtigung - inklusive Toilette und Cafeteria. "Diesmal sind wir völlig anders an die Problematik rangegangen als sonst", so Pabst. Man habe einfach Grundschüler gefragt, was sie am Gymnasium denn konkret interessiert. Überraschenderweise seien das Dinge gewesen, die man nicht als erstes erwartet hätte, zum Beispiel: "Gibt es eigentlich genügend Schließfächer für alle?" Klar, die seien vorhanden, beruhigt Pabst und verrät, dass andere Fragen freilich tiefer gegangen wären.

Fächer, Lehrer, Räume, Ganztagesangebote und die Anzahl der Sportstunden hätten dabei eine Rolle gespielt. Alle Fragen zusammen hätten das Drehbuch ergeben, berichtet Pabst, der gleichzeitig stellvertretender Schulleiter ist. Viel Zeit für die Realisierung sei nicht mehr gewesen, nachdem das Drehbuch stand, gerade einmal zwei Wochen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Szenen im laufenden Schulbetrieb gedreht werden mussten, mit Maske und Abstand.

Diesen Zeitdruck nutzten die Filmemacher als dramaturgisches Mittel, findet er sich doch auch im Video wieder. So platzen die beiden Hauptdarsteller, Noah Merz und Helena Leicht aus der 7. Klasse, in so manche Unterrichtsstunde herein. Sie bringen auch die Fachkonferenz der Sportlehrer scheinbar durcheinander, verkosten das Mittagessen und inspizieren sogar das Schulklo. Weder Schulleiter Frank-Maik Richter noch Bildungsbürgermeister Steffen Zenner (CDU) entkommen den neugierigen Fragen der beiden jungen Schülerreporter. Von Letztgenanntem wollen sie wissen, wann sie denn endlich in ihre neue Dreifeldturnhalle einziehen können. Zenner antwortet ihnen.

Physik- und Infolehrer Tom Quaas, ein nicht nur bei den Schülern beliebter Seiteneinsteiger, stand zumeist hinter der Kamera. Das Resultat der Dreharbeiten: etwa 30 Stunden digitales Filmmaterial. Das muss momentan geschnitten und zu einen halbstündigen Videobeitrag verarbeitet werden. Hilfe erfährt das Lessing-Filmteam dabei von Medienpädagoge Uwe Fischer.

Weil Pabst und seine Mitstreiter so angetan von dem Filmprojekt sind, haben sie auch schon einen sportlich-frischen Untertitel parat: "Lessing-Gymnasium - Mit der Energie der Begeisterung". Erstmals zu sehen sein soll das Video auf der Homepage des Lessing-Gymnasiums am Samstag, 9. Januar, um 9 Uhr. Zur Interaktion mit den virtuellen Besuchern will das Gymnasium ein Fragen-Forum, einen Videochat sowie eine telefonische Hotline anbieten. "So kann der gleiche Gedankenaustausch erfolgen wie zu einem klassischen Tag der offenen Tür", schaut Lehrer Mirko Pabst voraus.www.lessing-gymnasium.de

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