Startschuss für Radroute am "Eisernen Vorhang"

Mit dem Urheber des Weges, EU-Parlamentarier Michael Cramer, gingen diese Woche Vogtländer und Franken auf Tour. Die Strecke ist was für sportliche Landschaftsgenießer.

Kaiserhammer.

Dieser Weg ist etwas für Entdecker: Noch ist der Radfernweg am Eisernen Vorhang, der Iron Curtain Trail, im früheren vogtländisch-fränkischen Grenzgebiet nicht nach Norm ausgeschildert. Aber im Geoportal des Vogtlandkreises (geoportal.vogtlandkreis.de) ist die Wegführung drin - und es gibt Infos, die Lust auf eine Tour machen sollten. Genau das war auch diese Woche das Ziel: eine Tour mit dem Erfinder des Iron Curtain Trails, dem EU-Abgeordneten Michael Cramer (Grüne). Die 35-Kilometer-Rundtour war Startschuss für den Weg in der Region. Los ging es am Dreiländereck bei Hinterprex.

Der Radfernweg am Eisernen Vorhang eignet sich für sportliche Radfahrer, die Landschaft genießen wollen. So charakterisiert ihn Peter Stehr vom Team Freizeit und Tourismus Regnitzlosau, der Cramer diese Woche zu Vorträgen und Radtour in die Region geholt hat. Auf sächsischer Seite ist der Weg vom Dreiländereck bis Mödlareuth konzipiert, auf oberfränkischer Seite geht es zurück über einen Nebenweg. Einen Teil fuhr der Tross gestern ab. Gerade auf dem Wegabschnitt von Ullitz Richtung Gumpertsreuth und Oberhartmannsreuth lässt sich jede Menge Natur tanken. Das sei auch das Ziel der bayerischen, böhmischen und sächsischen Gemeinden im Verbund "Freunde im Herzen Europas", betont Regnitzlosaus Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf (Freie Wähler). "Wir stehen für sanften Tourismus, Wanderer und Radfahrer. Wir wollen hier keine Massen durchbewegen", sagte er. Den verbindenden Charakter des Weges im 30. Jahr des Mauerfalls hob Peter Stehr hervor. "Es ist ein Geschenk, dass wir uns hier heute treffen dürfen", betonte er im Angesicht des Dreiländerecks, das am 6. Juli mit einer neuen granitenen Säule markiert werden soll.


Für Genussradler, die breite Asphaltwege ohne Steigungen lieben, ist der Iron Curtain Trail eher nichts. "Es gibt kein Auf ohne ein Ab", zitierte Michael Cramer eine alte Radler-Weisheit, die kopfnickend alle bestätigten, die in der Region mit Rädern ohne Elektroantrieb strampeln. Ein Zeichen setzen für Radtourismus - unter dem Aspekt ist ein Faltblatt erschienen, der die Orte am Radfernweg erfasst. Heike Löffler vom Fremdenverkehrsverein Rosenbach hat sich darum bemüht. Mit Unterstützung von Partnern in Hof, Plauen und Gemeinden kommt der Iron Curtain Trail in der Region nun ins vogtländische und sächsische Radwegekonzept. Ist das passiert, beginnt die Ausschilderung. Löffler rechnet mit etwa zwei Jahren, "dann ist der Weg hoffentlich perfekt".

Am heutigen Samstag findet in Regnitzlosau der 3. Volkswandertag statt. Ab 13 Uhr (Sparkassenplatz) geht es auf einem etwa elf Kilometer langen Rundkurs zum Dreiländereck.

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