Verein sucht ein Domizil in Plauen

Mehr agieren, anstatt immer nur zu reagieren. Das hat sich der Verein Colorido vorgenommen. Und es gibt noch weitere Pläne.

Plauen.

Der 15 Mitglieder zählende Verein Colorido ist im Juli 2017 gegründet worden. Der Vereinsname ist das spanische Wort für "Bunt" und das ist zugleich Programm. "Unsere Ziele sind Toleranz, Menschenwürde und Demokratie", sagte der stellvertretende Vorsitzende, Mirko Kluge, am Dienstagabend bei einer Mitgliederversammlung in der Jugendherberge "Alte Feuerwache". Auch wenn über die Grenzen der Stadt hinaus gearbeitet wird - der Vereinssitz ist in Plauen. Ein Büro gibt es noch nicht. Aber das soll sich bald ändern.

Man werde voraussichtlich im nächsten Jahr einen Raum bekommen, stellte der Vizechef in Aussicht. Auch die Festeinstellung eines Mitarbeiters ist geplant. "Damit wir im Vorstand entlastet werden und uns mehr auf die Projekte konzentrieren können", erklärte er. Zum Vorstand gehören außer Mirko Kluge die Vorsitzende Doritta Korte und Schatzmeisterin Heidi Kröll. Nicht mit im Vorstand, aber Mitglied im Verein ist mit Steffen Unglaub - ein Aktivist der Friedlichen Revolution von 1989 in Plauen.

Wer Colorido kennenlernen will, der hat im November mehrere Möglichkeiten. Am 8. November findet um 10 Uhr und um 18 Uhr eine Szenische Lesung mit Musik von Schülern der Trias-Oberschule Elsterberg statt. Vereinschefin Doritta Korte arbeitet dort als Lehrerin und hatte bei dem Projekt den Hut auf. Bei der Kooperation des Vereins mit dem Theater Plauen-Zwickau geht es um eine Spurensuche in Sachen Friedlicher Revolution vor 30 Jahren. Die Jugendlichen haben Zeitzeugen befragt und in ihren Familien über das Thema gesprochen. Diese Eindrücke wurden ausgewertet und zu der heutigen Zeit in Verbindung gesetzt.

Im Rahmen der Aufführung findet ein Livekonzert mit "Banda Internationale" statt. Die Band wird mit im Podium sitzen und über ihre Auftritte bei heutigen Gegenprotesten in Dresden berichten. Banda Internationale ist Pate der Oberschule Elsterberg als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Am 27. November um 18 Uhr hält Friedhelm Hufen im großen Saal des Landratsamtes einen Vortrag über das Neutralitätsgebot. Hintergrund: Im Jahr 2018 sorgte eine von der AfD geforderte Internet-Plattform für politische Äußerungen von Lehrern für Aufregung. Ob das Neutralitätsgebot ein rechtlicher Maulkorb für die politische Bildung ist, soll Thema des Abends sein. Hufen ist Professor für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungsrecht an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er war Mitglied des Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz.

Man wolle künftig "weniger reagieren und mehr agieren", appellierte Doritta Korte an ihre Mitstreiter. Zwar werde man den Aufmärschen der rechtsextremistischen Kleinstpartei Dritter Weg auch weiterhin etwas entgegenstellen. Es sollen im Jahr 2020 aber mehr eigene Veranstaltungen, Aktionen und Projekte organisiert werden.

Wie man auf Beleidigungen, Bedrohungen, Verschwörungstheorien und Verleumdungen reagiert, woran man rechtsextreme Symbole und Codes erkennt, war zudem ein Thema der Versammlung. Auch Doritta Korte hat bereits Drohbriefe erhalten.

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