Vorerst viel mehr Wasserdruck an der Schöpsdrehe

Zu wenig Löschwasser steht im Gewerbegebiet zur Verfügung. Ein 100- Kubikmeter-Riesenfass soll her. Der Stadtrat bewilligt dafür 98.000 Euro.

Plauen.

Im Plauener Gewerbegebiet Schöpsdrehe gibt es ein Löschwasserproblem. Für die Versorgung müssen dort in den ersten zwei Stunden nach Ausbruch eines Brandes 192 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stehen. Die vorhandene Trinkwasserleitung liefert jedoch nur 48 Kubikmeter pro Stunde, summa summarum in zwei Stunden 96 Kubikmeter. Das ist jedoch nur die Hälfte der nach aktuellen Vorschriften geforderten 192.000 Liter Wasser. Jetzt wird die Kapazität eilig aufgestockt.

Der Plauener Stadtrat stimmte in seiner September-Sitzung einstimmig der außerplanmäßigen Bereitstellung von 98.000 Euro zu. Die Mittel sollen zum Bau eines Löschwasserbehälters mit 100 Kubikmeter Volumen dienen. Jene 100 Kubikmeter plus zweimal 48 Kubik je Stunde - und schon wird die Brandschutzvorgabe erfüllt.

Bis dieses Riesenfass an der Schöpsdrehe verfügbar ist, muss sich die Stadt anderweitig behelfen. Nach Aussage von Kerstin Wolf, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, wird bis dahin der Wasserdruck erhöht, um statt 48 vorübergehend 96 Kubikmeter pro Stunde durch die Leitung zu pressen. Das habe die Stadt mit dem Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland bereits als Zwischenlösung vereinbart. Allzu lange könne man das so aber nicht aufrecht erhalten, betonte Kerstin Wolf.

Aufgefallen ist das Löschwasser-Defizit eher zufällig. Die Plauener Maschinenbaufirma Elfin Engineering hat an der Schöpsdrehe ein Grundstück erworben und baut dort eine Halle. Der Bebauungsplan für das gesamte Gewerbeareal ist indes schon ziemlich alt und nach Aussage der Bau-Fachbereichsleiterin nicht auf dem heutigen Stand. Seit einiger Zeit hatte es für das Gewerbegebiet keine neuen Bauanträge mehr gegeben.

Sollte man bei dieser Gelegenheit gleich die Löschwassersituation für die erhoffte Erweiterung des Industrie- und Gewerbestandortes Kauschwitz im Rahmen einer großen Lösung auf den Stand bringen? Eine entsprechende Anfrage von CDU-Stadtrat Ingo Eckardt lehnte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) ab. Für das geplante neue Gebiet sei ein eigenständiger Bebauungsplan nötig, begründete Oberdorfer. Dazu gehöre auch die Betrachtung wasserrechtlicher Belange.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...